Autograf: Spohr Museum Kassel (D-Ksp), Sign. Sp. 1.3 <18500722>

An
Frau Musikdirector Wehner
Wohlgeb.
in
Göttingen.

frei.


Cassel den 22sten
Juli 1850.

Geehrte Freundin,

So eben, nachmittags, erhalte ich Ihr liebes Briefchen und beeile mich es zu beantworten.
Eine doppelte Unpäßlichkeit, bey Marianne geschwollenes Gesicht, bey mir Rheumatismus im Kreuz, läßt uns wünschen erst Donnerstag zu reisen, um beyde Übel los zu seyn.
Wir werden aber früh abfahren, um spätstens 2 Uhr in Göttingen einzutreffen, damit am Nachmittage oder Abend, wenn es Ihr lieber Mann nöthig findet, noch eine Vorprobe stattfinden kann. – Bott ist noch nicht zurück und in Frankfurt hörte ich von Messer, daß er Ende diese Woche noch zum Besten eines Kirchenbaus zu spielen zugesagt habe, wo? ist mir entfallen.1 Wenn Wehner auf ihn zum Vor- und Solo-Spielen gerechnet hat, so könnte ja, wenn er ausbleibt, Kömpel an beyde Stellen treten. Er ist in Catlenburg, und würde wenn er gerufen wird, mit Freuden, so wie auch sein Mäcen2 erscheinen. – Daß Rosaliens Überkunft zweifelhaft ist, thut mir natürlich sehr leid!
Alles übrige mündlich.
Unter herzlichen Grüßen an Ihren lieben Mann

ganz der Ihrige
Louis Spohr.

Autor(en): Spohr, Louis
Adressat(en): Wehner, Pauline
Erwähnte Personen: Bott, Jean Joseph
Kömpel, August
Lueder, Christian Friedrich
Messer, Franz Joseph
Spohr, Marianne
Spohr, Rosalie
Wehner, Arnold
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Frankfurt am Main
Göttingen
Katlenburg
Soden
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1850072200

http://bit.ly/2KnRiw4

Spohr



[1] Ein Konzert am 27.07.1850 unter der Leitung von Franz Joseph Messer („Concert in Soden“, in: Didaskalia 26.07.1850, nicht paginiert).

[2] Christian Friedrich Lueder.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (09.04.2019).