Autograf: nicht ermittelt
Entwurf: Spohr Museum Kassel (D-Ksp), Sp. ep. 1.7 <Kassel 18450719>
[Beleg: Autographen. Musiker, Schauspieler und Sänger, Bildende Künstler. Versteigerung: 24. und 25. April 1922 (= Katalog Henrici 76), Berlin 1922, S. 87 (bezieht sich möglicherweise auf Entwurf)]

Kurfürstl. Hofth. D.1
Eine Einladung2 des Comitée3 für das Beethoven Monument in Bonn, das am 11ten Aug. dort [bey der Enthüllung des Monuments]4 stattfindende Musikfest zu dirigiren, welche mir nach Bremen nachgeschickt wurde, beantwortete ich ablehnend mit dem Bemerken, daß ich im Monath August wegen einer neu einzuübenden Oper für den Geburtstag Sr.K.H.5 des Kronprinzen nicht abkümlich sey und deshalb auch nicht um Urlaub einkommen könne.6 Nun erhalte ich gestern hier ein zweites Schreiben7 des genannten Comité, worin mir gemeldet wird, daß eine Deputation desselben bey Sr. K. Hoheit in Kölln [???] gehabt8 den Urlaub für mich erbeten und allergnädigst9 bewilligt erhalten habe, so wie, daß man um auf meine Annahme fest rechne und in dieser Voraussetzung10 Erwartung sie bereits angekündigt habe. Ich frage demnach bey K.H.D. ergebenst an, ob eine solche11 Urlaubsbewilligung S.K.H. bereits in Cassel eingetroffen ist12 und bitte wenn dieß nicht der Fall seyn sollte13 deshalb Höchsten Orts14 gewogentlichst anfragen zu wollen, damit ich bey meiner Rückkehr nach Cassel darüber eine Entscheidung vorfinde. Sey der Fall, daß S.K.H. das Gesuch des Bonner Comité‘s15 allergnädigst bewilligt hat, bedarf ich eines Urlaubs vom 4ten bis 14ten August.
der ich verharre

S.H.D.(???)

Autor(en): Spohr, Louis
Adressat(en): Hoftheater
Erwähnte Personen: Friedrich Wilhelm Hessen-Kassel, Kurfürst
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Köln
Erwähnte Institutionen: Beethovenfest <Bonn>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1845071913

http://bit.ly/30dHdEI

Spohr



Dieser Brief ist derzeit nur durch einen Entwurf überliefert, der auf dem gleichen Blatt steht wie der Entwurf zu Spohr an Hermann Schaaffhausen, zwischen 14. und 19.07.1845. Die Argumentation ist hier dieselbe wie für jenen Brief. Da Spohr hier auf Hermann Schaaffhausen an Spohr, 09.07.1845 reagiert, den er selbst am 14.07.1845 empfing (vgl. Marianne Spohr, Tagebucheintrag 14.08.1845), ist dies das frühest mögliche Datum für diesen Brief. Da Spohr am 20.07.1845 aus Karlsbad abreiste, dürfte der 19.07.1845 das spätest mögliche Briefdatum darstellen; an diesem Tag verfasste Spohr auch einen Brief an Moritz Hauptmann (vgl. Marianne Spohr, Tagebucheinträge 19. und 20.07.1845).

[1] Abk. f. „Kurfürstliche Hoftheater-Direction“.

[2] Eine Einladung vom 22.06.1845 ging wohl nach Kassel; weshalb Hermann Schaaffhausen am 27.06.1845 einen Brief nach Oldenburg schickte.

[3] Hier ein Wort gestrichen.

[4] Text in Klammern am linken Blattrand eingefügt.

[5] Abk. f. „Seiner Königlichen Hoheit“.

[6] Spohr an Schaaffhausen, 04.07.1845.

[7] Schaaffhausen an Spohr, 09.07.1845.

[8] „[???] gehabt“ über der Zeile eingefügt.

[9] „aller“ über der Zeile eingefügt.

[10] „Voraussetzung“ über nicht gestrichenem „Erwarung“ eingefügt.

[11] „solche“ über der Zeile eingefügt.

[12] „ist“ über gestrichenem „sey“ eingefügt.

[13] „seyn sollte“ über gestrichenem „ist“ eingefügt.

[14] „Höchsten Orts“ über gestrichenem „bey Sr.K. Hoheit“ eingefügt.

[15] „das Gesuch des Bonner Comité‘s“ über gestrichenem „den Urlaub“ eingefügt.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (11.09.2019).