Autograf: Beethoven-Haus Bonn (D-BNba), Sign. NE 241,58

Herrn
Herrn N. Simrock
Musikverleger
in
Bonn.

franco.1


Cassel den 5ten Sept.
1842.

Wohlgeborner Herr,

Ich habe für einen englischen Dilettanten2 einen Psalm für Chor und Solostimmen komponirt, der nun, nachdem er ein Jahr lang Eigenthum des Bestellers war, wieder mein ist und den ich veröffentlichen will. Ich frage daher zuerst bey Ihnen an, ob Sie geneigt sind denselben zu verlegen? Da ich bereits ein Honorar erhalten habe, so kann ich denselben für 10 Friedrichsd'or Honorar ablassen. Es ist außer dem englischen Originaltext auch ein deutscher von mir unterlegt. Der Psalm besteht aus 3 Sätzen, 1.) Chor, 2.) Concertino für Sopran und 3.) Chor und Fuge. Der erste und letzte Satz haben Soli für alle 4 Stimmen. Die Begleitung ist für Pianoforte oder Orgel.
Einer bald gefälligen Antwort entgegensehend mit vorzüglicher Hochachtung

Ihr
ergebenster
Louis Spohr

Erwähnte Personen: Broadley, Charles Bayles
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Psalm 128
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1842090521

http://bit.ly/1QokOgx

Spohr



Der letzte überlieferte Brief dieser Korrespondenz ist Simrock an Spohr, 19.10.1841. Simrocks Antwort vom 12.09.1842 ist verschollen.

[1] Auf dem Brief findet sich außerdem noch der folgende Vermerk des Empfängers: „N=o 761. / Cassel d. 5/6. Septbr. 1842. / Spohr / Beantw. d. 12/9 42“.

[2] Dabei handelt es sich um Charles Bayles Broadley (1800/01–1866), der 1840 auch Mendelssohns „Why, O Lord, delay forever“ in ähnlicher Weise kommisionierte.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Wolfram Boder (14.12.2015).