Autograf: Beethoven-Haus Bonn (D-BNba), Sign. NE 241,56

Sr. Wohlgeb
Herrn N. Simrock
Musikverleger
in
Bonn1


Cassel den 26sten
Januar 1841.

Wohlgeborner Herr,

Wenn ich mich nicht irre, haben Sie die Chorstimmen meines Oratoriums „des Heilands letzte Stunden“ gestochen. Dieses Oratorium ist nun von der Schweitzer. Musikgesellschaft zur Aufführung bey ihrem diesjährigen Musikfest in Luzern gewählt worden und der Kapellmeister Carl Meyer in Luzern hat bey mir Partitur, Orchesterstimmen, und die gestochenen Chorstimmen bestellt, wahrscheinlich in der Meinung, letztere seyen, wie der Clavierauszug, im Selbstverlag erschienen. – Partitur und Orchesterstimmen werde ich ihm hier schreiben lassen. Die Chorstimmen haben Sie aber die Güte ihm direkt mit Buchhändler Gelegenheit zu zu senden.
Er verlangt 70 Sopran-
30 Alt-
50 Tenor-
und 50 Baß-Stimmen.
Er hätte sie gern so bald wie möglich, da das Einstudiren sogleich nach Ankunft derselben beginnen soll.
Mein neues Oratorium „der Fall Babylons“ ist seit kurzem vollendet und wird, mit Genehmigung des Festcommités in Norwich, hier in Cassel ein Mal (am Charfreitage) gegeben werden. Dann darf es aber nicht eher veröffentlicht werden, als nach dem Feste in Norwich im September des nächsten Jahres.
Daß Ihre Anweisung auf 14 Rth. 20 Sgr. auf Hornthal nicht acceptirt wurde, habe ich Ihnen wohl schon gemeldet?
Sollte der Übersendung der Chorstimmen nach Luzern irgend etwas im Wege stehen, so bitte ich um gefällige Anzeige.
Mit vorzüglicher Hochachtung

Ew. Wohlgeb.
ergebenster
Louis Spohr

Erwähnte Personen: Hornthal, Adolph
Meyer, Carl
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Der Fall Babylons
Spohr, Louis : Des Heilands letzte Stunden
Erwähnte Orte: Luzern
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1841012621

http://bit.ly/1m0q9h2

Spohr



Der letzte überlieferte Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Simrock, 18.01.1840. Simrock beantwortete diesen Brief am 18.02.1841.

[1] Außerdem findet sich auf dem Brief noch der folgende Vermerk des Empfängers: „N° 90. / Cassel d. 26./30 Jan: 1841. / Spohr / Beantw. d. 18/2 41“.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Wolfram Boder (14.12.2015).