Autograf: Universitätsbibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287

Cöln den 30ten April 1840.

Hochgeehrtester Herr Kapellmeister!

Sie wünschen von mir über die Einladung1 des Herrn L. Mumm an Sie eine nähere Erklärung zu erhalten, die ich nur in so fern zu geben vermag, daß derselbe nicht Gastwirth, sondern ein Kaufmann ist, und eine bedeutende Music-Handlung besitzt. Da derselbe sich nun einbildet Beschützer, und Kenner der Künste und Musenschaften(???) zu sein, und Sie ganz besonders hoch zu schätzen scheint, so hatt er wahrscheinlich geglaubt durch die Einladung Ihnen einen Beweis seiner Verehrung geben zu können. Doch würde ich Ihnen nicht rathen die Einladung anzunehmen, weil Herr Mumm ein halber Narr ist.
Ich bitte Sie aber werther Herr Kapellmeister recht Herzlich mir Ihre Ankunft in Cöln durch ein paar Zeilen gefälligst bestimmen zu wollen, weil ich mich ganz besonders darauf freue Sie wieder zu sehen.2
In Aachen werde ich beim Musikfeste auch mitwirken.
In der festen überzeugung, der Gewährung meiner Bitte, habe ich die Ehre zu sein mit ganz besonderer Hochachtung

Ihr dienstwilligster
Franz Hartmann.

Erwähnte Personen: Mumm, Ludwig
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Aachen
Köln
Erwähnte Institutionen: Musikfest <Aachen>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1840043040

http://bit.ly/2XXo1JX

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf Spohr an Hartmann, 23.04.1840.

[1] Noch nicht ermittelt.

[2] Marianne Spohr vermerkt in ihrem Tagebuch zum kurzen Kölnaufenthalt keine Begegnung mit Hartmann, möglicherweise war er aber an der Serenade zu Ehren Spohrs am Abend des 02.03.1840 beteiligt (vgl. Tagebucheinträge 02. und 03.06.1840).

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (18.07.2019).