Autograf: nicht ermittelt
erschlossen in: Karl Traugott Goldbach, „,Wir haben zwei Sonntage heiter miteinander bey mir Ihr Octett gemacht‘. Anmerkungen zu einem bisher unveröffentlichten Brief von Louis Spohr an Felix Mendelssohn Bartholdy“, in: Mendelssohn-Studien 20 (2017), S. 127-134, hier S. 129

Erwähnte Personen:
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Düsseldorf
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1835041541

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Spohr



Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Mendelssohn an Spohr, 19.03.1835. Spohr beantwortete diesen Brief am 14.05.1835.
Existenz und Inhalt dieses Briefs folgen aus Moritz Hauptmann an Franz Hauser, 17. und 19.04.1835: „Mendelssohn hat Spohr geschrieben, daß er diesen Sommer eine Reise nach Spanien (oder Portugal) macht, wissen Sie etwas davon?” (Briefe von Moritz Hauptmann, Kantor und Musikdirektor an der Thomasschule zu Leipzig, an Franz Hauser, Leipzig 1871, Bd. 1, S. 158-164, hier S. 160). Überlegungen zu einer Reise nach Spanien teilte Mendelssohn auch am 15.03.1835 Henriette Voigt mit: „Nach England habe ich Lust, nach der Schweiz noch größre, und zum Unglück muß mir gestern ein Bekannter schreiben, ob ich mit ihm eine Reise durch Spanien machen wolle, und das bloße Wort Spanien macht mir schon die größte Lust. Wenn es nur nicht gar zu weit wäre, und Musik ist gewiß ebensowenig in Spanien zu hören, wie in Düsseldorf“ (in: Felix Mendelssohn Bartholdy, Sämtliche Briefe, Bd. 4, hrsg. v. Lucian Schiewietz und Sebastian Schmideler, Kassel u.a. 2011, S. 193f., hier S. 194). Anscheinend reagierte Mendelssohn hier auf eine Anfrage von Adolph Goldschmidt, der eine Reise nach Spanien plante (vgl. Kommentar zu ebd., S. 563).
Obwohl Mendelssohn im letzten Satz des Zitats den Plan kleinzureden scheint, könnte die deutlich nach dem 19.03. gegenüber Spohr gemachte Erwähnung auf einen neuerlichen Austausch mit Goldschmidt über die Pläne hindeuten. Genauso denkbar ist freilich auch, dass Mendelssohn mit dem Hinweis auf dieses Reiseprojekt Spohr noch einmal drängen wollte, seine Reisepläne schnell mitzuteilen. Denn Spohr beabsichtigte auf seiner Fahrt in die Niederlande in Düsseldorf Station zu machen (vgl. Spohrs Antwortbrief).
Einen Postweg von mindestens zwei Tagen vorausgesetzt, muss dieser Brief bis spätestens 15.04.1835 entstanden sein; da Mendelssohn sich dem Brief an Voigt zufolge mit den Reiseplänen offensichtlich auf einen derzeit verschollenen Brief von Adolph Goldschmidt an ihn bezog, den er am 14.04.1835 erhielt, ist dies der frühest mögliche Termin für diesen Brief.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (25.09.2019).