Autograf: Universitätsbibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287
Kopierbuch: Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig (D-LEsta), Sign. 21081 Breitkopf & Härtel, Leipzig, Nr. 122, S. 822

Sr Wohlgeboren
Herrn Doctor Louis Spohr
grherzogl. Hess. Hofkapellmeister
in
Cassel.

Nebst
1 Packet Briefe in
Wachspapier
H.D.S.

frey.


Herrn Hofkapellmeister Dr Spohr in Cassel

Leipzig d.19. März 1835.

Ew. Wohlgeboren

sehr Verehrliches vom    huj. war um so willkommener, als wir daraus ersehen, daß unsere Bedingungen wegen des Ali Ihnen convenirt, u. diese Oper mithin unter Ihrer Leitung in Szene gehen wird.1 Wir haben nach Ihrem Wunsche sogleich an Hofrath Winkler geschrieben, damit der Anfertigung der Copie in Dresden nichts im Wege stehe, und erlauben uns nur, Sie aufmerksam zu machen, daß wahrscheinlich in der Dresdner Partitur die Cavatine des Urskan im Vorspiel u. das Schläferterzett, der Anfang des 3ten Aufzugs, fehlen werden, da beide Nummern in Dresden weggelassen wurden. Wir erwähnen es besonders wegen des Terzetts das in Paris und Berlin gerade sehr gefiel. –
Ein vollständiges Textbuch erlauben wir uns Ihnen beigehend zu überreichen.
Wegen der Kostenberechnung über Ihr Oratorium, so haben Sie ganz Recht, wenn Sie sagen, daß an einzelnen Sachen noch gespart werden könne; wir hielten es jedoch für unsre Pflicht Alles darin aufzunehmen, was bei solcheinem Werke überhaupt vorkommen kann; da es immer angenehm ist, bei der Ausführung selbst ein plus statt eines minus zu finden.
Genehmigen Sie die erneuten Versicherungen unserer vollkommensten Hochachtung, womit wir Ihrer Befehle gewärtig, zeichnen

Ew. Wohlgeboren
ganz ergebene
Breitkopf & Härtel

Erwähnte Personen: Winkler, Karl Gottfried Theodor
Erwähnte Kompositionen: Cherubini, Luigi : Ali Baba
Spohr, Louis : Des Heilands letzte Stunden
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen: Hoftheater <Dresden>
Königliche Schauspiele <Berlin>
Opéra <Paris>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1835031953

http://bit.ly/2P7zsMI

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf eine derzeit verschollenen Brief von Spohr an Breitkopf & Härtel. Spohrs Antwortbrief vom 12.05.1835 ist derzeit ebenfalls verschollen.

[1] Die Kasseler Erstaufführung von Cherubinis Oper Ali Baba fand unter Spohrs Leitung am 20.08.1835 statt. Zu dieser Aufführung vgl. Moritz Hauptmann an Franz Hauser, 17.08.1835, in: Moritz Hauptmann, Briefe von Moritz Hauptmann, Kantor und Musikdirektor an der Thomsschule zu Leipzig an Franz Hauser, hrsg. v. Alfred Schöne, Bd. 1, Leipzig 1871, S. 171-175, hier S. 171 sowie Spohr an Wilhelm von Beckerath in Krefeld, 22.08.1835.

Kommentar und Verschlagwortung, sofern in den Anmerkungen nicht anders vermerkt: Wolfram Boder (04.12.2019).

Hr. R.H.
19

Hofkapellmeister Dr Spohr in Cassel.

Ew. Wohlgeb. sehr Verehrliches v.    huj. war um so willkommener, als wir daraus ersehen, daß unsere Bedingungen wegen des Ali Ihnen convenirt, u. diese Oper mithin unter Ihrer Leitung in Szene gehen wird. Wir haben nach Ihrem Wunsche sogleich an Hofr. Winkler geschrieben, damit der Anfertigung der Copie in Dresden nichts im Wege stehe, u. erlauben uns nur, Sie aufmerksam zu machen, daß wahrscheinlich in der Dresdner Partitur die Cavatine des Urskan im Vorspiel u. das Schläferterzett, der Anfang des 3ten Aufzugs fehlen werden, da beide Nummern in Dresden weggelassen wurden. Wir erwähnen es besonders wegen des Terzetts das in Paris u. Berlin gerade sehr gefiel.
Ein vollständiges Textbuch erlauben wir uns Ihnen beigehend zu überreichen.
Wegen der Kostenberechnung über Ihr Oratorium: so haben Sie ganz Recht, wenn Sie sagen, daß an einzelnen Sachen noch gespart werden könne; wir hielten es jedoch für unsre Pflicht Alles darin aufzunehmen, was bei solcheinem Werke überhaupt vorkommen kann, da es immer angenehm ist, bei der Ausführung selbst ein plus statt eines minus zu finden.
Genehmigen Sie die erneuten Versicherungen unserer vollkommensten Hochachtung, womit wir Ihrer Befehle gewärtig zeichnen -