Autograf: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohnarchiv (D-B), Sign. 55 Nachl. 76,246

Sr. Wohlgeboren
Herrn Hofkapellmeister Louis Spohr
Cassel


[Ffurt] 3 November 1833.

Theurer Freund!

Dr. Beurmann dessen Frau am dortigen Hoftheater engagirt ist, bittet mich, derselben einige empfehlende Worte an Sie mitzugeben. – Ich thue es hierdurch und werde Ihnen gewiß Dank wissen, wenn Sie der Frau dieses Mannes, den ich sehr achte, eine gute Aufnahme bereiten. Ich habe sie zwar nie gesehen allein ich höre, daß sie sehr talentvoll u. dabei bescheiden sein soll.
Tausend Dank für die überschickten Lieder, wovon ich bereits N° 1, 3 u 6 probirt habe. Mit rechtem Jubel haben wir sie gesungen, und in 14 Tagen bei der Production des großen Liederkranzes werden sie dem großen Publikum vorgetragen; übrigens stehe ich dafür daß keine Abschrift davon genommen wird, bis Sie darüber verfügt haben. Mit André spreche ich darüber u. werde Ihnen das Resultat mittheilen. – Mir geht es auch wunderlich mit der Komposition 4stimmiger Gesänge. Was ich so hin schmiere, gefällt und klingt akustisch ziemlich gut, so daß einige von meinen Sachen zu Lieblingen geworden sind; ich weiß wirklich nicht wie mir das angeflogen ist. – Nun wünsche ich von Herzen zur Eröffnung der Bühne: Glückauf.

Ewig Ihr treuer WmSpy.

Erwähnte Personen: André, Johann Anton
Beurmann, Eduard
Beurmann, Marie Therese
Erwähnte Kompositionen: Speyer, Wilhelm : Lieder, Ten 1 2 Bass 1 2, op. 25
Spohr, Louis : Lieder, Ten 1 2 Bass 1 2, op. 90
Erwähnte Orte: Frankfurt am Main
Kassel
Erwähnte Institutionen: André <Offenbach>
Hoftheater <Kassel>
Liederkranz <Frankfurt am Main>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1833110332

http://bit.ly/1QZsIYU

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf Spohr an Speyer, 31.10.1833. Der nächste Brief dieser Korrespondenz ist Speyer an Spohr, 05.02.1834.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (07.03.2016).