Autograf: Hessisches Staatsarchiv Marburg (D-MGs), Sign. Best. 159, Nr. 266 Bl. 19f.

Sr. Wohlgeb.
Herrn Hofrat
Vogel


Dienstags früh,

Geehrter Freund,

Der blinde Flötenbläser, Herr Berkenbusch bat mich, bey Sr. Hoheit die Erlaubniß auszuwirken, daß einige Mitglieder der Kapelle in einer Soiree nächsten Sonntag mitspielen dürften; da Herr von Malsburg gestern nach Wilhelms Höhe ging, so bat ich ihn, Sr. Hoheit in meinem Namen die Bitte mündlich vorzutragen und glaubte, die Sache würde so am kürzesten erledigt werden. Herr von Malsburg schreibt mir aber eben1, daß Se. Hoheit2 eine schriftliche Anfrage der Direction verlangt. Da ich nun heute früh um 10 Uhr auf Befehl des Prinzen nach Wilhelms Höhe kommen soll, so könnte ich diese Anfrage mitnehmen und wohl gleich die Resolution mitbringen, was dem armen Blinden, hinsichtlich seiner Subscription von großem Nutzen seyn würde. - Meine ergebenste Bitte geht daher dahin: daß Sie gewogentlichst einige Zeilen aufsetzen und dieselben3 von Ihnen und Herrn G.D.4 Feige unterzeichnet [mir] vor 10 Uhr gefälligst zukommen lassen.
Mit vorzüglicher Hochachtung und Ergebenheit ganz

der Ihrige
Louis Spohr

Erwähnte Personen: Berkenbusch, Friedrich
Feige, Karl
Friedrich Wilhelm Hessen-Kassel, Kurfürst
Malsburg, Otto von der
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Kassel
Wilhelmshöhe
Erwähnte Institutionen: Hofkapelle <Kassel>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1833090313

http://bit.ly/2pze4UV

Spohr



Das Briefdatum 03.09.1833 ergibt sich aus der Kopie des Briefs, den Vogel infolge von Spohrs Anfrage an den Kurprinz Friedrich Wilhelm schrieb, und wird durch den von Spohr gegebenen Wochentag „Dienstag“ bestätigt.

[1] Dieser Brief ist derzeit verschollen.

[2] Der Prinzregent Friedrich Wilhelm.

[3] „dieselben“ über der Zeile eingefügt.

[4] Abkürzung für „Generaldirektor“.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (23.03.2018).