Autograf: Beethoven-Haus Bonn (D-BNba), Sign. NE 241,21

An
die Herren F.C.A und
P.J. Simrock.
Verlags-Musikalienhand-
lung von N. Simrock
in
Bonn a/R.

franco.


Cassel den 1sten
Januar 1833

Wohlgeborne Herren,

Da ich seit dem Tode des Herrn C.F. Peters in Leipzig nicht mehr durch Verträge gebunden bin, jener Handlung alle meine Manuscripte zu überlassen, so wird es auch mich recht freuen, mit Ihrer geehrten Verlagshandlung von neuem in Geschäftsverbindung zu treten. Ich offerire Ihnen daher Ihrem Wunsche gemäß, 2 Manuscripte zum Verlag, von welchem das eine 3 Psalmen nach Mendelsohnscher Übersetzung für 2 vierstimmige Chöre mit eingemischten Solis bereits fertig vorliegt (und eben von unsern Gesangvereinen einstudirt wird um binnen kurzen öffentlich aufgeführt zu werden) und das andere 3tes Doppelquartett für 4 Violinen, 2 Violen und 2 Violoncells binnen kurzem beendigt seyn wird.
Ein jeder der Psalmen besteht aus 3, aneinanderhängenden Sätzen. Der erste schließt mit einer einfachen Fuge, der 2te mit einem canonisch durchgeführten Cantus firmus und der 3te mit einer Doppelfuge. Zum Einstudiren ist eine Pianofortestimme hinzugefügt, die bey der Aufführung aber besser wegbleibt. - Das Doppelquartett, von welchem 3 Sätze fertig sind, ist ganz in der Weise geschrieben, wie die beyden, bereits bey Peters und Schlesinger gestochenen.
Das Honorar für die 3 Psalmen beträgt 150 Rth. Pr. Courant; für das Doppelquartett, inclusive der Berechtigung zu allen beliebigen Arrangements, 200 Rth.
Ich sehe nuneiner baldgefälligen Nachricht entgegen, ob Sie eins dieser Manuscripte, oder beyde zum Verlag zu übernehmen, geneigt sind, und unterzeichne mit vorzüglichster Hochachtung

Ew. Wohlgeb.
ergebenster
Louis Spohr

Erwähnte Personen: Peters, Carl Friedrich
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Doppelquartette, op. 87
Spohr, Louis : Psalmen, op. 85
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen: Peters <Leipzig>
Schlesinger <Berlin>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1833010121

http://bit.ly/1P6Kqsv

Spohr



Der letzte überlieferte Brief aus Spohrs Korrespondenz mit dem Musikverlag Simrock ist der Brief von Nikolaus Simrock an Spohr, 27.11.1826. Außerdem hatte Spohr zuvor bereits mit Peter Joseph Simrock korrespondiert, der vor der Übernahme des väterlichen Verlags in Köln als Musikalienhändler tätig war. Der letzte überlieferte Brief aus dieser Korrespondenz ist Spohr an Peter Joseph Simrock, 14.08.1829. Die Brüder Simrock beantworten Spohrs Brief am 07.01.1833.

Kommentar und Verschlagwortung, sofern in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Wolfram Boder (24.11.2015).