Autograf: Stadtarchiv Braunschweig (D-BSsta), Sign. H VIII A 5300
Druck: Paul Alfred Merbach, „Aus vergangenen Tagen. Briefe von Poißl, Bader, Lindpaintner und Spohr an Gottlob Wiedebein; nach den Originalen im Stadtarchive zu Braunschweig mitgetheilt“, in: Neue Zeitschrift für Musik 78 (1911), S. 175-179, hier S. 179

Cassel den 28sten
Aprill 1831.

Geehrter Freund,

Der Überbringer dieses ist Herr Zöllner, Ihnen sicher bereits dem Rufe nach als einer der ersten jezt lebenden Orgelspieler bekannt. Er wünscht, durch mich in Ihre Bekanntschaft eingeführt zu werden. Ich bitte, daß Sie ihn zu seinem Vorhaben, ein Orgelconcert zu geben, mit gütigem Rath unterstützen und ihm besonders die kürzesten Wege angeben wollen, da er, wie Figura lehrt, nicht sehr mobil ist. Er it ein braver und tüchtiger Künstler.
Unser Theater hat jezt viel von dem Haß des Kurfürsten gegen Cassel und alles was darin ist, zu tragen und wir Rescribirten haben allerley Anfechtungen zu bekämpfen.1 Hoffentlich werden wir aber siegreich daraus hervor gehen!
Mit herzlicher Freundschaft stets ganz

der Ihrige
Louis Spohr.

Erwähnte Personen: Wilhelm II. Hessen-Kassel, Kurfürst
Zöllner, Carl Heinrich
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Kassel
Erwähnte Institutionen: Hofkapelle <Kassel>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1831042813

http://bit.ly/2wGRlZP

Spohr



Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Wiedebein, 18.01.1827.

[1] Vgl. Louis Spohr, Lebenserinnerungen, hrsg. v. Folker Göthel, Tutzing 1968, Bd. 2, S. 156f., Text mit fehlerhafter Paginierung auch online; ders., Louis Spohr’s Selbstbiographie, Bd. 2, Kassel und Göttingen 1861, S. 193f.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (03.09.2018).