Autograf: New York Public Library (US-NYp), Sign. MNY Folder 1
Druck: Georg Kinsky, Versteigerung von Musiker-Autographen aus dem Nachlaß des Herrn Kommerzienrates Wilhelm Heyer in Köln im Geschäftslokal der Firma Karl Ernst Henrici. Montag, den 6 und Dienstag, den 7. Dezember, Bd. 1, Berlin 1926, S. 100 (teilweise)

A Monsieur
Monsieur le Chevalier
Nicolo Paganini in
Frankfurt a/m
Pariser Hof.

Nebst einer
Rolle Kupferstiche
mit gleicher Adr.
Postauslage 19 sgr.


Cassel, den 16ten
Januar 1830.

Hochwohlgeborener Herr,

Ihr geehrtes Schreiben hat mich auf das unangenehmste überrascht. Indem ich es erbrach, hatte ich nichts weiter, als nun endlich Ihre langersehnte Ankunft angekündigt zu finden; statt dessen erfahre ich, daß Sie uns nicht mit Ihrer Gegenwart erfreuen können. Alle Musikfreunde der Stadt sind, wie ich, untröstlich, Ihr eminentes Talent nicht bewundern zu können. Uns bleibt nur die Hoffnung, Sie, Ihrem Versprechen gemäß, in der Folge hier zu sehen. Es sind bis jezt keine Briefe für Sie auf unserm Postbüreau angekommen; ich werde aber alle Tage zu fragen lassen und wenn etwas einträfe, sie Ihnen nachsenden. Das kommende Paquet1 habe ich vor etwa 4 Wochen erhalten. Die Postauslagen habe ich mir vom Postbüreau erstatten lassen. Mit dem Wunsch, daß Sie sich stets recht wohl befinden mögen und der Versicherung innigster Hochachtung ganz

der Ihrige
Louis Spohr.

Erwähnte Personen:
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Kassel
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1830011613

http://bit.ly/2KwBYZn

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf einen derzeit verschollenen Brief von Paganini an Spohr. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Paganini, 30.04.1830.

[1] Offensichtlich die in der Adresse genannte Rolle mit Kupferstichen.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (30.06.2018).