Autograf: Staatsbibliothek Berlin Preußischer Kulturbesitz – Musikabteilung mit Mendelssohnarchiv (D-B), Sign. Mus.ep. Spohr-Correspondenz 1,53

Sr. Wohlgeborn
Herrn Louis Spohr
Hof-Kapellmeister
in
Cassel.

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Hochzuverehrender Herr Hofkapellmeister!

Da ich fast besorgen muß Ihnen ganz aus dem Gedächtniß gekommen zu seyn, so erlaube ich mir mich Ihnen aufs neue in selbes zurück zu rufen.
Es ist schon mehrere Jahre, daß die Handlung: S.A. Steiner und Comp. dessen öffentlicher Gesellschafter durch 11 Jahre ich war, an Sie schrieb, und Sie ersuchte ihr eine Violinschule zukommen zu lassen2; – ich lebe nun nun der angenehmen Hoffnung daß Sie dieselbe nun vielleicht mir anvertrauen, oder sollte dieses nicht der Fall seyn mir doch einiges andere von Ihren Compositionen überlassen werden. Gewiß sollen Sie an mir einen rechtlichen Verleger finden, der es sich zum angelegentlichen Geschäfte macht classische Werke zu Tage zu fördern.
Ich habe mir die Freyheit genommen die eben in meinem Verlage erschienene Krönungs-Messe von Jos. Eybler nebst einige andere Kleinigkeiten meines Verlages unter Ihrer werthen Adresse durch meinen Commissionär H. Whistling in Leipzig zu senden, und bitte selbe gütig anzunehmen.
Mit der Hoffnung einer baldigen u. günstigen Antwort und dem Anerbieten meiner jederzeit mit Vergnügen bereitwilligen Dienste auf hiesigem Platze empfiehlt sich

Mit ausgezeichneter Hochachtung
Tobias Haslinger
vormals: S.A. Steiner Comp.

Wien den 1 Novemb. 1826.

Erwähnte Personen: Whistling, Carl Friedrich
Erwähnte Kompositionen: Eybler, Joseph : Missa sanctorum Apostolorum, HV 15
Spohr, Louis : Violinschule
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen: Steiner <Wien>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1826110152

http://bit.ly/2ng8OkU

Spohr



Dieser Brief legt nah, dass Haslinger bereits an der derzeit kaum greifbaren Korrespondenz zwischen dem Musikverlag Steiner und Spohr beteiligt war. Mit diesem Brief beginnt offensichtlich die direkte Korrespondenz zwischen Louis Spohr und Tobias Haslinger. Spohr beantwortete diesen Brief am 03.03.1827.

[1] Auf dem Adressfeld befinden sich außerdem die Einträge: „Wien.“ und „Tobias Haslinger“.

[2] Dieser Brief ist derzeit verschollen. Möglicherweise war Spohr an einen Musikverlag, 02.12.1822 die Antwort auf den verschollenen Brief.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (28.03.2017).