Autograf: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohnarchiv (D-B), Sign. 55 Nachl. 76,99
Druck: Till Gerrit Waidelich, „Die Beziehungen zwischen Carl Maria von Weber und Louis Spohr im Spiegel ihrer Korrespondenz“, in: Weberiana 24 (2014), S. 117-144, hier S. 141 (teilweise)

Sr. Wohlgeb
Dem Herrn Wilhelm Speyer
in
Offenbach a/m0
 
 
Cassel den 14ten August
26.
 
Geliebter Freund,
 
Empfangen Sie unsern herzlichsten Glückwunsch zu der Vermehrung Ihrer Familie.1 Wir freuen uns, daß es Ihre liebe Frau2 abermals überstanden hat und hoffen recht bald Nachricht zu bekommen, daß Mutter und Kind sich fortdauernd wohl befinden. Neues weiß ich heute gar nichts zu melden! Tieck hat nicht geantwortet3; ich erfahre aber so eben, daß er in Töplitz war und erst vor wenig Tagen nach Dresden zurückgekehrt ist. Unterdessen arbeite ich an meinem Quartett, habe auch wieder ein 2tes Lied gemacht4; nun wird aber eine Pause in der Arbeit eintreten, denn nun beginnen die täglichen Meßverstaltungen. Nächsten Freytag geben wir den Freyschütz zum Besten der Hinterbliebenen Weber’s. Sonntag: Berggeist. Mittwoch: Jessonda in welcher die Schulze zum ersten mal auftritt. Sollten Sie mir etwas zu senden haben, so könnte diese, die Sonnabend früh aus Frankfurt reiset, es mir mitbringen, z.B. die Mützen5 für meine Frau, wenn Ihre Fr. Mutter6 sich mit deren Besorgung bemühen wollte. – Sollten Sie mir einige gute Liedertexte beschaffen können, so würde ich Ihnen sehr dankbar seyn. –
Leben Sie wohl. Die herzlichsten Grüße an die lieben Ihrigen.
 
Mit inniger Freundschaft der
Ihrige L. Spohr.



Sr. Wohlgeb
Dem Herrn Wilhelm Speyer
in
Offenbach a/m[0]
 
 
Cassel den 14ten August
26.
 
Geliebter Freund,
 
Empfangen Sie unsern herzlichsten Glückwunsch zu der Vermehrung Ihrer Familie.[1] Wir freuen uns, daß es Ihre liebe Frau[2] abermals überstanden hat und hoffen recht bald Nachricht zu bekommen, daß Mutter und Kind sich fortdauernd wohl befinden. Neues weiß ich heute gar nichts zu melden! Tieck hat nicht geantwortet[3]; ich erfahre aber so eben, daß er in Töplitz war und erst vor wenig Tagen nach Dresden zurückgekehrt ist. Unterdessen arbeite ich an meinem Quartett, habe auch wieder ein 2tes Lied gemacht[4]; nun wird aber eine Pause in der Arbeit eintreten, denn nun beginnen die täglichen Meßverstaltungen. Nächsten Freytag geben wir den Freyschütz zum Besten der Hinterbliebenen Weber’s. Sonntag: Berggeist. Mittwoch: Jessonda in welcher die Schulze zum ersten mal auftritt. Sollten Sie mir etwas zu senden haben, so könnte diese, die Sonnabend früh aus Frankfurt reiset, es mir mitbringen, z.B. die Mützen[5] für meine Frau, wenn Ihre Fr. Mutter[6] sich mit deren Besorgung bemühen wollte. – Sollten Sie mir einige gute Liedertexte beschaffen können, so würde ich Ihnen sehr dankbar seyn. –
Leben Sie wohl. Die herzlichsten Grüße an die lieben Ihrigen.
 
Mit inniger Freundschaft der
Ihrige L. Spohr.