Autograf: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohnarchiv (D-B), Sign. 55 Nachl. 76,225

Herrn
Kapellmeister Louis Spohr
Wohlgeb
Cassel
in Hessen.


Offenbach am 9 Septber 1824.

Theurer Freund!

Heute komme ich mit einer Bitte. – Ein junger Mensch aus Mannheim namens Abenheim, bei dem dortigen Orchester als Geiger angestellt, ist mir dringend empfohlen worden. Dieser junge, sehr talentvolle Mann wünscht aus Liebe zur Kunst, und in specie aus Verehrung gegen Sie, womöglich eine Stelle als Geiger bei der dortigen Kapelle zu erhalten, indem er in Mannheim keine Gelegenheit hat sich ferner zu auszubilden. Er würde sich mit einem Gehalt begnügen, das kaum seine Habsucht frist d.h. er würde gewiß mit rth 150 oder gar weniger zufrieden sein. – Seine Fähigkeiten habe ich geprüft, und er wird Ihrem Orchester zur Ehre gereichen. Ist es Ihnen nun möglich, den Wunsch des jungen Mannes zu erfüllen, so bitte ich um Ihre baldige Antwort. – Gestern habe ich H. Hofrath Wendt aus Leipzig gesprochen, der sich Ihnen empfiehlt. Dieser Mann hat schon so viel über Musik geschrieben. Indessen scheint es mir, daß er gar nicht musikalisch ist. – Sollten Sie vielleicht auf die Bamberger reflektiren, so theilen Sie es mir mit; ich glaube, daß sie nicht mehr lange hier bleiben wird. – Ich muß schließen, und umarme Sie von Herzen – WmSpeyer.

Erwähnte Personen: Abenheim, Joseph
Bamberger, Sabine
Wendt, Amadeus
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Kassel
Erwähnte Institutionen: Hofkapelle <Kassel>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1824090932

http://bit.ly/1oU4KIi

Spohr



Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Speyer, 01.08.1824. Spohr beantwortete diesen Brief am 13.09.1824.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (20.02.2016).