Autograf: Universitätsbibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287[Schade, J.G.:07

Meine theuersten Freunde.

Nehmen Sie meinen herzlichsten Dank für ihre freundschaftlichen Wünsche zu meinem 67 Geburtstag gütig an. Auch Sie werden meinem Wunsche gemäß, wenigstens die versezten Zahlen meines Alters froh und gesund erreichen. Die liebe Pathe Ida1 hat mich durch ihr allerliebstes Geschenk sehr überrascht und erfreuet, hoffentlich hat sie dem niedlichen Beutel die Eigenschaft mitgetheilt, das Geld gut zu halten, welches mir in meinem langen Leben noch mit keinem geglückt ist, obgleich ich viele verbraucht habe. Vielleicht bin ich so glücklich Ida meinen Dank selbst zu bringen. Gern nehme ich ihre gütige Einladung nach Caßel zu kommen, an, nur hänge ich so sehr von Umständen ab, kann ich diese beseitigen so besuche ich Sie gewiß auf einige Tage, besonders wenn ich die Hoffnung hegen darf, die neuern Quartetten nebst andern Composizionen des Herrn Gevatter Spohrs zu hören.
Herr Heraut hat mir beyfolgende 2 fr.d.Or nebst Brief übersendet. Ihre Grüße an alle Freunde habe ich ausgerichtet, Alle erwiedern solche. Auguste2 ist eine ziemlich derbe(?) Stütze des Singvereins worden; dieselbe ist gegenwärtig außer Meister Spangenberg die einzige Musik welche Gotha besizt.
Leben Sie wohl, hochverehrter Freund, behalten Sie in gütigem Andenken

Ihren
ergebensten Schade.

Gotha
am 30 Jun. 1823.

Erwähnte Personen: Heraut
Spangenberg, Johann Christian
Wolff, Ida
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen: Singverein <Gotha>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1823063039

http://bit.ly/2EAZll3

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf einen derzeit verschollenen Brief von Spohr an Schade. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Schade an Spohr, 19.10.1823, aus dem sich noch ein derzeit verschollener Brief von Spohr an Schade erschließen lässt.

[1] Ida Spohr, später verheiratete Wolff.

[2] Noch nicht ermittelt.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (13.02.2018).