Autograf: Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig (D-LEsta), Sign. 21070 C. F. Peters, Leipzig, Nr. 850, Bl. 113

Herrn
C.F. Peters
Wohlgeb1


Cassel den 13ten May
22.

Geliebter Freund,

Die neuen Quartetten liegen längst zum Absenden bereit und ich erwarte nur Ihre Order dazu. – Das Quartett von Probst haben wir gemacht und es hat uns auch nicht gefallen; es ist aber auch unendlich viel trockener und uninteressanter als das, was er mir in Dessau zu hören gab. Ich kann es Ihnen nicht verdenken wenn Sie es ihm zurückgesendet haben. – Um wieder auf die meinigen zu kommen – wir haben alle drey in der lezten Zeit sehr oft gemacht und ich kann Ihnen nun die Versicherung geben, daß ich diesmal erreicht habe, was ich mir vorgesezt hatte, – sie sind nemlich kürzer, leichter und dabey doch effektvoller wie die 3 vorlezten. – Wie steht es mit dem Clavierpotpourri und mit dem Clavierauszuge aus Faust? Wenn lezterer bald fertig würde, würde es mir lieb seyn, da wir den Faust zur Augustmesse einstudiren wollen und ich den Clavierauszug dazu gern hier verbreitet sähe.
2Meine Frau läßt sich der Ihrigen auf das angelegentlichste empfehlen. Wie geht es der kl. Catalani3, schreit sie Ihnen recht viel die Ohren voll? Es liegt für den Vater doch nur Harmonie in [Musik]4

Erwähnte Personen: Catalani, Angelica
Peters, Anna
Probst, Carl
Erwähnte Kompositionen: Probst, Carl : Quartette, Vl 1 2 Va Vc
Spohr, Louis : Faust
Spohr, Louis : Potpourris, Vl Kl, op. 56
Spohr, Louis : Quartette, V 1 2 Va Vc, op. 58
Spohr, Louis : Quartette, Vl 1 2 Va Vc, op. 45
Erwähnte Orte: Dessau
Kassel
Erwähnte Institutionen: Hoftheater <Kassel>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1822051320

http://bit.ly/2hczXDz

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf einen derzeit verschollenen Brief von Peters an Spohr. Der Postweg dieses Briefs überschnitt sich mit Peters an Spohr, 20.03.1822. Peters beantwortete diesen Brief am 29.05.1822.

[1] Unterhalb der Adresse von anderer Hand der Empfangsvermerk des Verlags: „23 May / 29 _ / 29 _ / Cassel / Spohr”.

[2] Ab hier um 90 Grad gedreht am linken Seitenrand notiert, in der letzten Zeile Textverluste im Falz der Bindung.

[3] Anspielung auf die Sängerin Angelica Catalani, gemeint ist Peters' neugeborene Tochter Anna.

[4] Ab hier wird der Text unleserlich, da die letzte Zeile im Falz der gebunden Briefe zu einem großen Teil verschwunden ist.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Wolfram Boder (09.12.2016).