Autograf: Universitätsbibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms.hist.litt.15[161

Magdeburg den 8ten October
21.

Geehrter Freund,

Mit meiner Familie auf einer Reise nach Dresden begriffen, wo ich mich für jezt fixiren werde, wird mir die Freude zu Theil werden Sie in Dessau zu sehen. Da ich nie dort war, so regt sich der Wunsch in mir vom dortigen Hofe auch einmal gehört zu werden. Ich ersuche Sie daher um die freundschaftliche Gefälligkeit: im Voraus anzufragen, ob der Hof auf irgend eine Weise sich für diesen Wunsch interessiren wird, weil ohne seine Theilnahme es nicht der Mühe werth seyn würde, etwas zu veranstalten.1 Donnerstag Abend werden wir in Dessau eintreffen und Freitag früh werde ich so frey sein Sie aufzusuchen um das Nähere mit Ihnen zu besprechen. Ich habe Ihnen im Voraus geschrieben weil die Begleitung meiner Familie nirgends einen langen Aufenthalt gestatten will.
Herrn Probst bitte ich von mir zu grüßen. Die Kürze der Zeit wollte mir nicht erlauben auch ihm zu schreiben. Mit herzlicher Freundschaft stets

der Ihrige
Louis Spohr.

Erwähnte Personen: Probst, Carl
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Dessau
Dresden
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1821100812

http://bit.ly/2q2jt9l

Spohr



Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Schneider, 30.10.1819. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Schneider an Spohr, 12.12.1826, aus dem sich erschließen lässt, dass Schneider zu den Empfängern von Spohrs Subskriptionsaufruf für sein Oratorium Die letzten Dinge gehörte.

[1] Zum Konzert von Dorette und Louis Spohr am 14.10.1821 in Dessau vgl. Ludwig Würdig, Chronik der Stadt Dessau. Von den frühesten Zeiten bis Ende 1875, Dessau 1876, S. 723.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Wolfram Boder (19.05.2017).