Autograf: Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig, 21070 C. F. Peters, Leipzig, Nr. 850, Bl. 58f.
Druck: Horst Heussner, Die Symphonien Spohrs, Phil. Diss. Marburg 1956, Anh. S. 11 (teilweise)

Herrn
Herrn C. F. Peters
(Bureau de Musique)
in
Leipzig.

franco.1


Frankfurt den 7ten
März 1818.

Geliebter Freund,

Ihre Zuschriften so wie auch die Exemplare von meinen neuesten Sachen habe ich richtig erhalten und danke Ihnen dafür. Außer den neuesten 4stimmigen Liedern2 fehlen mir aber auch noch die, welche Herrn Methfessel dedicirt sind.3 Dürfte ich Sie wohl bitten mir von diesen auch einige Exempl. bey Ihrer nächsten Sendung an Hrn. Gayl gefälligst beyzulegen?
Troz der vielen Arbeiten, die mir jezt, besonders so kurz vor der Messe, fast alle Zeit zum Komponiren rauben, habe ich doch schon (außer einer großen Scene in die Oper Faust4, welche jezt einstudirt und morgen über 8 Tage gegeben werden wird,) eins von den leichten Quartetten fertig die ich Ihnen versprochen habe. Nach der Messe werde ich mich sogleich an die beyden andern machen.
Von meiner jetzigen Lage nur so viel daß sie bis jezt vollkommen allen meinen Wünschen und Erwartungen entspricht und ich sehr Ursache habe zufrieden zu seyn. Ändert sich hierin nichts, so werde ich wohl für immer hier bleiben. In Weimar hätte ich keinen f[ür] mich passenden Wirkungskreis finden können5 wenn auch selbst (was ich nicht weiß!) in pek[u]niärer Hinsicht das Engagement vortheilha[ft] gewesen wäre. Doch danke ich Ihnen nicht weniger für Ihre freundschaftliche Aufmerksamkeit.
Allen Leipziger Freunden und Bekannten meinen herzlichen Gruß. Mit Hochachtung und Freundschaft

der Ihrige
Louis Spohr.

Erwähnte Personen: Gayl, Johann Conrad
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Faust
Spohr, Louis : Lieder, Singst Kl, op. 41
Spohr, Louis : Lieder, Ten 1 2 Bass 1 2, op. 44
Erwähnte Orte: Frankfurt am Main
Weimar
Erwähnte Institutionen: Hofkapelle <Weimar>
Stadttheater <Frankfurt am Main>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1818030720

http://bit.ly/2dbMTaQ

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf einen derzeit verschollenen Brief von Peters von Anfang 1818. Peters' Antwortbrief vom 11.03.1818 ist derzeit ebenfalls verschollen.

[1] Über dem Adressfeld befindet sich von anderer Hand der Eingangsvermerk des Verlags: „1818 / 7 Mrz / 10 '' / 11 '' / Rotte[rdam] / Spohr“.

[2] Op. 44.

[3] Op. 41.

[4] Für die Frankfurter Einstudierung des Faust hatte Spohr 1818 die Arie des Faust „Der Hölle selbst will ich - Liebe ist die zarte Blüthe“ (WoO 77) nachkomponiert.

[5] Dies könnte ein Hinweis sein, dass Spohr für die 1819 durch Johann Nepomuk Hummel besetzte Stelle als Weimarer Hofkapellmeister im Gespräch war.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Wolfram Boder (21.09.2016).