Autograf: Universitätsbibliothek Kassel – Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287

Ew. Hochwohlgeboren

verehrtes Schreiben habe ich erhalte, und daraus erfahren, daß das 2te Abonnements-Concert, in welchem Sie mir freundlichst gestatten, etwas mit vorzutragen, nächsten Dienstag stattfinden soll, und werde ich nicht verfehlen, mich zu gehöriger Zeit einzustellen. Da, wie ich aus Ihrem werthen Brief ersah, noch ein Geigenspieler denselben Abend auftreten, und wahrscheinlich noch mehrere große Concertstücke mit Orchesterbegleitung spielen wird, so möchte ich fast glauben, daß es Ihnen lieber sein möchte, wenn ich statt der Romanze & Rondo von Chopin mit Orchester, im 2t Theil einen Solosatz ohne Orchester spielen würde, und schlage ich Ihnen deshalb das „Scherzo“ Op. 31. von demselben Componisten vor. Für mich wäre es im Ganzen auch bequemer, da wir dann nur das Beethovensche1 C moll Concert zu probieren hätten, und wenn es also noch Zeit ist, so wählen Sie gefälligst von beiden das, welchem Sie den Vorzug geben, ich werde auf beide vorbereitet sein.
Da ich wahrscheinlich schon Sonntag Abend in Cassel ankommen werde, so hoffe ich, schon am Montag Morgen die Ehre zu haben, Ihnen meine persönliche Aufwartung machen zu können.
Bis dahin verharrt

Mit ganz besonderer Hochachtung
ganz ergebenst
Franz Schulze.
Pianist.

Weimar, 18/12 56.

Autor(en): Schulze, Franz
Adressat(en): Spohr, Louis
Erwähnte Personen:
Erwähnte Kompositionen: Beethoven, Ludwig van : Konzerte, Kl Orch, op. 37
Chopin, Frédréric : Konzerte, Kl Orch, op. 11
Chopin, Frédréric : Scherzo, Kl, op. 31
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: https://www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1856121843


Dieser Brief ist die Antwort auf einen derzeit verschollenen Brief von Spohr an Schulze.

[1] „Beethovensche“ über der Zeile eingefügt.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (06.12.2024).