Autograf: Universitätsbibliothek Kassel – Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287
[Deutsche Tonhalle
Verein zur Förderung der Tonkunst
durch Preisausschreiben]1
Hochwohlgeborener,
Hochverehrter Herr GeneralMusikDirector!
Wie bisher immer hat auch die große Mehrheit der Bewerber in dem jetzig siebenten Preis des Schreibens der Tonhalle (eine Symphonie betreffend) Euer Hochwohlgeboren als Preisrichter erwählt.
Die eingelaufenen 39. Bewerbungen zeigten uns, da die besten derselben, vielbogige Partituren, sehr dick und schwer sind, daß sie unmöglich in einem Pack versendet werden können und daß sich hierzu einer Packkiste zu bedienen sei.
Um keine Zeit zu verlieren – denn die Bewerber, vollends diejenigen, welche frühzeitige eingesedet, spannen jetzt schon auf das Ergebnis der Beurtheilungen – haben wir jene Werke alsbald einem nahe wohnenden der drei erwählten Herrn Preisrichter zugesendet und inzwischen die nöthige Versandkiste machen lassen, welche wir nun mit den Werken u. einer zweiten Beurtheilung dieser rückerhielten.
In derselben, welche der hier beigehende Schlüssel öffnet, wird Euer Hochwohlgeboren Herr Herr Gastwirth Schirmer die obenbenannten 39. Werke zusenden, um deren Beurtheilung und Hochgefällige Wiederabfolgung an Herrn Schirmer in der verschlossenen Kiste, wir hiermit die ganz ergebenste Bitte zu stellen uns die Freiheit nehmen.
Wir bitten angelegentlichst, mit Ihrem allgeehrten Urtheile: welches der Werke des Preises und welche der Belobung würdig sind, uns den Schlüßel besonders zugehn lassen zu wollen, zu dessen Einpacken wir das Nöthige hier beizulegen nicht versäumen.
Herrn Schirmer haben wir ersucht: sobald als Euer Hochwohlgeboren ihm es gefälligst sagen lassen, die verschlossene Kiste (worin die Werke) wieder an uns zu schicken, u. so wird Beides, Schlüssel u. Kiste, fast gleichzeitig wieder hier eintreffen.
Sehr zu bedauern haben wir, daß dieses Mal, außer der Last diese viele Werke zu prüfen auch noch mit den prosaischen, Beschwerlichkeiten besehrten Umständlichkeiten beschwerlich fallen zu müßen; aber wir hoffen, wünschen herzlichst, daß Euer Hochwohlgeboren in Ihrer so schätzbaren, stets geschenkten hülfreichen Gewogenheit für den Verein auch dieses nicht als zu unbescheidenes Zumuthen anrechnen und es uns zugute zu halten die Gefälligkeit haben wollen, die wir in Verehrung und dankbarster Ergebenheit gehorsamst zeichnen.
Mannheim 28. Octob. 1855.
Der VereinsVorstand.
I. A. d.2 A. Schüssler
| Autor(en): |
Schüssler, Adam |
| Adressat(en): |
Spohr, Louis |
| Erwähnte Personen: | |
| Erwähnte Kompositionen: | |
| Erwähnte Orte: | |
| Erwähnte Institutionen: | |
| Zitierlink: | https://www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1855102847 |
Dieser Brief ist die Antwort auf einen derzeit verschollenen Brief von Spohr an Schüssler. Spohrs Antwortbrief ist derzeit nur in einem Entwurf überliefert.
[1] Vorgedruckter Briefkopf.
[2] Abk. f. „Im Auftrag desselben“.
Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (18.02.2026).