Autograf: Universitätsbibliothek Kassel – Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287
Sehr geehrter Herr Kapellmeister
Obgleich Ihr Name sowohl durch Mdme Hildebrandt geb Romberg, wie durch Freunde die das Glück hatten Sie zu sehen u zu hören, so wie neuerdings durch Ihren Bader Aufenthalt1 meinem Gedächtniß immer wieder frisch vorgeführt wird, darf ich doch nicht hoffen daß Sie sich meiner unbedeutenden Persönlichkeit erinnern, wohl aber das Namen Lehmanns. Mein Mann wird noch ganz jugendlich begeistert wenn er von den glücklichen Abenden wo er mit dem weltberühmten Spohr Quartette spielte, seinen Kindern u Enkeln erzählt
Bei meiner Rückreise nach Hamburg denk ich d 21' od 22' spätens in Cassel einzutreffen u würde mich unendlich freuen Sie u Ihre liebe Familie zu sehen u Lehmann frische Grüße von Ihnen zu bringen. Ich werde bei meiner Ankunft2 sogl. zu Ihnen schicken.
Wie ich aus den Blättern ersehe wird auch der Tanhäuser jetzt bei Ihnen gemacht ich habe nie eine Oper v. Wagner gehört. u bin durch die Ouverture die ich kenne sehr gespannt darauf, vielleicht ist uns der Zufall günstig daß gerade d 22' eine solche Aufführung statt findet.
Da ich Sie hoffentlich bald sehe so will ich Sie heute nicht mehr belästigen u bin mit besonderer Hochachtung
Friederike Lehmann
geb Dellevie
aus Hamburg
| Autor(en): |
Lehmann, Friederike |
| Adressat(en): |
Spohr, Louis |
| Erwähnte Personen: |
Hildebrand-Romberg, Bernhardine Lehmann, Leo |
| Erwähnte Kompositionen: |
Wagner, Richard : Tannhäuser |
| Erwähnte Orte: |
Hamburg Kassel |
| Erwähnte Institutionen: | |
| Zitierlink: | https://www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1853091846 |
[1] Vgl. Marianne Spohr, Tagebucheintrag 22. und 23.06.1851.
[2] Hier gestrichen: „mich“.
Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (27.10.2025).