Autograf: nicht ermittelt
Entwurf: Stiftelsen Musikkulturens Främjande Stockholm (S-Smf), Sign. LTR 6090
Beleg: Versteigerung von Musiker-Autographen aus dem Nachlaß des Herrn Kommerzienrates Wilhelm Heyer in Köln, Bd. 4 (= Katalog Henrici, Katalog Liepmannssohn), Berlin 1928, S. 58 (Entwurf)

Von den zur Preisbewerbung eingegangenen 151 Kompositionen der Hymnen „dem Höchsten“ ist2 Nro 13 mit dem Motto „Edle Seelen vorzufühlen ist wünschenswerther Beruf3 nicht nur4 die beste sondern auch in der Auffassung des Textes der5 Kirchlichkeit des Styls6 und in Anlage, Form, Erfindung und contrapunctischer Durchführung7 so gediegenes Werk, daß ich dem Verfasser den ausgesetzten Preis unbedenklich zuerkenne. Auffallenderweise ist aber dieses Werk so nachlässig und incoreckt auf- oder abgeschrieben8, daß es für den Fall daß die andern Herren Preisrichter ihm auch9 den Preis zuerkennen erst10 noch einer sorgfältigen Revision des Komponisten unterworfen werden muß11 bevor es angenommen und gekrönt werden kann. Jedoch hat der Verfasser in einer Vorbemerkung das Fehlen der Vortragsbezeichnungen mit sehr beschränkter Zeit entschuldigt; es fehlen aber nicht diese allein, sondern auch viele Versetzungszeichen ja in einigen Reihen sogar ganze Takte.11 Auch finden sich, warscheinlich in13 Folge der Eile mit der das Werk niedergeschrieben ist14, noch15 große Härten in der Harmonie, ja selbst Incorrektheiten, die der Verfasser bey der Revision noch16 zu verbessern haben wird.
Nach17 Nro 13 sind die Nummern 1218, 1119 und 820 die besten, und verdienen Belobigung und Anerkennung.

Autor(en): Spohr, Louis
Adressat(en): Schüssler, Adam
Erwähnte Personen:
Erwähnte Kompositionen: Becker, Valentin Eduard : Dem Höchsten
Leder, Anton : Dem Höchsten
Scheffer, Wilhelm : Dem Höchsten
Volckmar, Wilhelm : Dem Höchsten
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen: Deutsche Tonhalle <Mannheim>
Zitierlink: https://www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1853062017


Dieser Brief ist die Antwort auf Schüssler an Spohr, 04.06.1852. Schüssler beantwortete diesen Brief am 05.08.1853.
Einen Postweg von wenigstens zwei Tagen vorausgesetzt, entstand dieser Brief zwischen 06.06. und 03.08.1853. Da Spohr die Kompositionen einerseits nach Empfang erst einmal durchsehen musste, andererseits Schüssler in seinem Brief das Antwortdatum mit „die dritte Preisrichterliche Beurtheilung kam erst gestern ein“ begründet, dürfte dieser Brief etwa in der Mitte des möglichen Zeitraums entstanden sein.

[1] „15“ über gestrichenem „14“(?) eingefügt.

[2] Hier gestrichen: „die“.

[3] Von Wilhelm Scheffer (vgl. Antwortbrief).

[4] „nicht nur“ eingefügt über gestrichenem „in Anlage, Form, Erfindung und kirchlichem Styl (nach der Ansicht des Unterzeichneten) entscheiden die beste“.

[5] „der“ eingefügt über gestrichenem „Anlage, Form Erfindung und“.

[6] „der“ eingefügt über gestrichenem „Anlage, Form Erfindung und“.

[7] „der“ eingefügt über gestrichenem „Anlage, Form Erfindung und“.

[8] Hier gestrichen: „worden“(?).

[9] „auch“ über gestrichenem „ebenfalls“ eingefügt.

[10] „erst“ über der Zeile eingefügt.

[11] „unterworfen werden muß“ über gestrichenem Wort eingefügt.

[12] Hier gestrichen: „Auch giebt es, [???] Folge der [???]“.

[13] „in“ über gestrichenem „als“ eingefügt.

[14] „ist“ über der Zeile eingefügt.

[15] „noch“ über der Zeile eingefügt.

[16] Hier drei Wörter gestrichen.

[17] Hier gestrichen: „der“.

[18] Von Anton Leder (vgl. Antwortbrief).

[19] Von Valentin Eduard Becker (vgl. Antwortbrief).

[20] Von Wilhelm Volckmar (vgl. Antwortbrief).

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (17.02.2026).