Autograf: Universitätsbibliothek Kassel – Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms . Hass. 287
Sr. Hochwohlgeboren
dem Herrn Hofkapellmeister
Ritter Dr. L. Spohr
in
Kassel.
frei.1
Riga, den 27. Febr. a/St.
1852.
Hochgeschätzter Herr Kapellmeister!
Erlauben Sie, daß ich mich mit einer Bitte an Sie wende und zur nähere Erläuterung Folgendes vorausschicke. In hiesiger Stadt besteht seit Jahren eine Unterstützungskasse für Musiker und deren Wittwen und Waisen, welche alljährlich 2 kirchliche Aufführungen veranstaltet, von deren Ertrag nun schon manche Noth unter hilfsbedürftigen Musikern und deren Familien gemildert ist. Für die nächste dieser Aufführungen ist von der Administration gen. Kasse das von Ihnen componirte Oratorium: „Die letzten Dinge“ bestimmt worden, und bin ich beauftragt, Sie, hochgeschätzter Herr, um eine Abschrift der Partitur dieses Werkes freundlichst zu ersuchen. In der Voraussetzung, daß eine solche Abschrift bei Ihnen schon vorräthig liegt, bitte ich Sie ergebenst, dieselbe uns mit ungehender Post direct zu senden und uns den Geldbetrag aufzugeben, den wir nicht ermangeln werden, Ihnen umgehend einzuschicken. Indem ich Sie noch ersuche, das Packet an „den Musikdirector F. Löbmann hier“ zu addressiren, bitte ich Sie zu der allgemeinen Hochachtung, die die ganze gebildete Welt Ihnen zollt, auch das geringe Scherflein der aufrichtigen Anerkennung anzunehmen von
Ihrem
ergebensten
J. Ch. Agthe
Organist am D[om]2
d. Z. Schriftführer d[er]
Administration gen. Kas[se]
| Autor(en): |
Agthe, Johann Christian |
| Adressat(en): |
Spohr, Louis |
| Erwähnte Personen: |
Löbmann, Franz |
| Erwähnte Kompositionen: |
Spohr, Louis : Die letzten Dinge |
| Erwähnte Orte: |
Riga |
| Erwähnte Institutionen: | |
| Zitierlink: | https://www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1852022743 |
[1] Auf dem Adressfeld befindet sich oben in der Mitte der Poststempel „LEIPZIG / 1½–2 / 16. MAE. 52“; links auf dem Adressfeld befinden sich zwei stark verwischte Stempel; auf der Rückseite des zusammengefalteten Briefumschlags befindet sich der Stempel „D.2 / 17/3“.
[2] Textverlust durch Siegelausriss.
Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (10.02.2026).