Autograf: Universitätsbibliothek Kassel – Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287

Hochwohlgeborner Herr Doctor!
Verehrtester Herr! 

Mit dem herzlichsten Dank für dero Erfreuliches vom 21. v. M. habe ich die Ehre, die Bewerbungen um den im Lenzmond d. J. ausgeschriebenen Preis gegen Betonung des Gedichts von Dir. Redwitz zu übersenden.1
Nach Anfrage bei dem Dichter selbst hat er zugestimmt, daß das Gedicht „Traum Liebe“ benannt werde, wenn eine musikalische Bearbeitung desselben im Druck erscheinen wird. Die Preisbetheilte, (vielleicht auch eine besonders belobte), wird von K.F. Hecker hier ausgegeben werden.
Jede Bewerbung (sie sind jetzt auf 200. u. Etliche angeschwollen) ist außer der aufgeklebten Einkommenzahl, auf den Fall daß solche loßgehen könnte, auch in ihrem Rücken mit jedesmal derselben in römischer Schrift versehen und trifft mit dem Einlaufverzeichniß.
Um Euer Hochwohlgeboren bei Rücksendung der Bewerbung nebst Ihrem verehrlichen Urtheil die Mühe möglich zu verringern habe nebst Begleitzettel ein Aufschriftsblatt beigelegt welche nur über den dermaligen kleinern bestätigt werden darf. –
Wie freue ich mich, daß dieselben in Italien gewesen und wohlerhalten wieder zur Heimath gelangt sind.
Wie sehr wird diese Reise Ihrem Geiste nachhaltige Schonung und ihrer Gesundheit, die Gott Ihnen noch lange, lange erhalten möge, dadurch Stärkung gewähren.


Wer doch jenen Himmel schauen, seine Lüfte athmen dürfte!
In ausgezeichneter Hochchtung 

Euer Hochwohlgeboren 
dankbar gehorsamster 
Diener A. Schüssler.
Mannheim 4. August 
1851.

Gestern wurde hier wieder „Jessonda“ aufgeführt, und war, wenn gleich gestern endlich, endlich einmal ein Sommers- und an einem Sonntag gewesen, sehr besucht. Auch ich erbaute mich.


Sch.

Autor(en): Schüssler, Adam
Adressat(en): Spohr, Louis
Erwähnte Personen:
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: https://www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1851080447


Der letzte erschlossene Brief dieser Korrespondenz ist Schüssler an Spohr, 21.07.1851. Der nächste erschlossene Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Schüssler, 21.03.1852.

[1] Vgl. „Preisausschreiben. Mannheim im März“, in: Bothe für Tirol und Vorarlberg (1851), S. 453.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (16.02.2026).