Autograf: Spohr Museum Kassel (D-Ksp), Sign. Sp. 1.3 <18510722>
An
Frau Musikdirector Wehner
Wohlgeb.
in
Göttingen.
frei.
Cassel den 22sten
Juli 1851.
Geehrte Freundin,
So eben, nachmittags, erhalte ich Ihr liebes Briefchen und beeile mich es zu beantworten.
Eine doppelte Unpäßlichkeit, bey Marianne geschwollenes Gesicht, bey mir Rheumatismus im Kreuz, läßt uns wünschen erst Donnerstag zu reisen, um beyde Übel los zu seyn.
Wir werden aber früh abfahren, um spätstens 2 Uhr in Göttingen einzutreffen, damit am Nachmittage oder Abend, wenn es Ihr lieber Mann nöthig findet, noch eine Vorprobe stattfinden kann. – Bott ist noch nicht zurück und in Frankfurt hörte ich von Messer, daß er Ende diese Woche noch zum Besten eines Kirchenbaus zu spielen zugesagt habe, wo? ist mir entfallen.1 Wenn Wehner auf ihn zum Vor- und Solo-Spielen gerechnet hat, so könnte ja, wenn er ausbleibt, Kömpel an beyde Stellen treten. Er ist in Catlenburg, und würde wenn er gerufen wird, mit Freuden, so wie auch sein Mäcen2 erscheinen. – Daß Rosaliens Überkunft zweifelhaft ist, thut mir natürlich sehr leid!
Alles übrige mündlich.
Unter herzlichen Grüßen an Ihren lieben Mann
ganz der Ihrige
Louis Spohr.
| Autor(en): |
Spohr, Louis |
| Adressat(en): |
Wehner, Pauline |
| Erwähnte Personen: |
Bott, Jean Joseph Kömpel, August Lueder, Christian Friedrich Messer, Franz Joseph Spohr, Marianne Spohr, Rosalie Wehner, Arnold |
| Erwähnte Kompositionen: | |
| Erwähnte Orte: |
Frankfurt am Main Göttingen Katlenburg Soden |
| Erwähnte Institutionen: | |
| Zitierlink: | www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1851072200 bitlx |
Dieser Brief ist die Antwort auf Wehner an Spohr, 21.07.1851.
[1] [Ergänzung Hans Tromp, 17.02.2025:] „Unter den in dieser Saison besonders zahlreichen Kunstgenüssen, welche uns durch einheimische und fremde Virtuosen der Instrumental- und Vokalmusik geboten wurden, nehmen die des Hrn. Hofkonzertmeisters J.J. Bott aus Kassel eine erste Stelle ein. Wir hatten Gelegenheit, denselben in dem Konzerte für den Tempelbau auf dem Neroberg, sowie in seinem eigenen zu hören und seinen in der musikalischen Welt genugsam begründeten Ruf vollkommen bestätigt zu finden […]“ („Wiesbaden, 26. Juli“, in: Didaskalia 30.07.1851, nicht paginiert).
[2] Christian Friedrich Lueder.
Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (09.04.2019).