Autograf: Universitätsbibliothek Kassel – Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287

Weimar, le 26 Aout 1850.

Hochgeehrtester Herr,

Sie werden gütigst verzeihen wenn ich wage Sie mit diesen Zeilen, und durch dieselben mit einer Bitte zu belästigen. Ich weiß nun zwar nicht ob Sie den Posaunisten Nabich dem Namen nach kennen, allein ich bin fest überzeugt wenn dies auch nicht so sein sollte, werden Sie mir doch nicht zürnen wenn ich es eben wage Sie zu belästigen.
Schon längst habe ich den Wunsch gehegt Sie hochgeehrter Herr kennen zu lernen, und in Kürze hoffe ich ihn endlich erfüllt zu sehen. Ich gehe nehmlich im Anfang September nach Bielefeld wo ich Konzert gebe, und da will ich dann diese Reise über Kassel machen.1 Nun thue ich die ergebenste Frage an Sie Hochgeehrtester Herr Kapellmeister: ob es wohl in dieser möglich wäre einmal in Kassel aufzutreten, sei es in einem Konzert oder vielleicht im Theater oder am Hof! –
Es würde mir eine sehr große Freude machen wäre dies möglich, besonders darum weil ich von Ihnen gehört werden und dann Ihr Urtheil (an dem [mi]r außerordentlich viel liegt) über mein Spiel hören könnte. Noch bitte ich, ganzergebenst um die Geneigtheit mir durch einige Zeilen von Ihner Hand Nachricht zu geben. In jedem Fall hoffe ich um2 Ihnen die Erlaubniß zu erhalten Ihnen meine Aufwartung machen zu dürfen.
Noch einmal bitte3 ich Sie Hochverehrtester mir meine Freiheit zu verzeihen, und zeichne mich4 mit der größten Hochachtung

Moritz Nabich
Großherzogl. Weimar. Hofmusikus

Autor(en): Nabich, Moritz
Adressat(en): Spohr, Louis
Erwähnte Personen:
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Bielefeld
Kassel
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: https://www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1850082643


Das nächste überlieferte Schriftstück dieser Korrespondenz ist das Zeugnis von Spohr für Nabich, 09.02.1859.

[1] Vgl. „Nabich wollte in diesen Tagen nach Cassel gehen, Spohr besuchen und mich [wohl recte: sich] ihm bekannt machen, doch der Plan zerschlug sich“ (Hans von Bülow an Franziska von Bülow, 02.09.1850, in: ders., Briefe und Schriften, hrsg. v. Marie von Bülow, Bd. 1, Leipzig 1895, S. 233-239. hier S. 237).

[2] Sic!

[3] „bitte“ über der Zeile eingefügt.

[4] „mich“ über der Zeile eingefügt.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (04.09.2021).