Autograf: Universitätsbibliothek Kassel – Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287

Hochverehrtester Herr Generalmusikdirector!

Da ich auch heute noch das Zimmer hüten muß, und doch nicht länger einen Auftrag auf sich beruhen lassen mag, den mir der neue Tonkünstler-Verein1 ertheilt hat, so nehme ich mir die Freiheit, mich desselben hiermit schriftlich zu entledigen. Es ist die Bitte: an seine Spitze zu treten und durch den Namen Spohr ihre Anerkennung und Ehre zu verschaffen.
Bott, der Ihnen die Statuten mitgetheilt hat, wird wohl über Plan und Absicht Näheres gesagt haben. 
Mit großer Freude höre ich von Ihrer, so lang verzögerten Genesung. Morgen oder übermorgen werde ich um die Erlaubniß, Sie zu besuchen, bitten, und mir eine geneigte Antwort holen.
Mit größter Verehrung bis dahin wie immer

der Ihrige
FNebelthau

V. H.2 8 Febr. 1850.

Autor(en): Nebelthau, Friedrich
Adressat(en): Spohr, Louis
Erwähnte Personen:
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Kassel
Erwähnte Institutionen: Tonkünstlerverein <Kassel>
Zitierlink: https://www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1850020846


Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Nebelthau an Spohr, 09.10.1846. Der nächste belegte Brief dieser Korrespondenz ist Nebelthau an Spohr, 21.09.1850.

[1] Vgl. „Tonkünstler-Verein zu Cassel“, in: Neue Zeitschrift für Musik 33 (1850), S. 112.

[2] Abk. f. „Von Hause“ (vgl. Franz Ritter, Echter Anstand, guter Ton und feine Sitte, als bewährte Wegweiser durch das gesellige Leben; oder (zur allgemeinen Verständlichkeit) Neuestes Wiener-Complimentirbuch, für Personen beiderlei Geschlechtes, sich in allen Verhältnissen mit ihren Nebenmenschen, wahrhaft angenehm und liebenswürdig zu benehmen wünschen, Wien 1834, S. 78). 

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (17.04.2026).