Autograf: Universitätsbibliothek Kassel – Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287

Geehrter Herr HofKapellmeister! 

Herrmann Wichmann, Sohn des berühmten Bildhauers Professors Wichmann, früher Eleve der K. Akademie der Künste ist es, der Ihnen diese Zeilen überreicht.1 Er besucht Kassel um in Ihrer Nähe noch durch Rath und Anweisung im Gebiete der Musikalischen Composition Erfahrungen zu sammeln2, um desto sicherer vorbereitet Frankreich und Italien kennen zu lernen. Der junge Mann ist recht wohl befähigt und wird ihm aus der näheren Berührung mit Ihnen ohnfehlbar entschiedenen Nutzen erwachsen; er hat Herz und Gemüth und wird sich sicherlich in der Kunst, so wie als Mensch bewähren. Beehren Sie ihn mit Ihrem Vertrauen das zu verdienen er bemüht sein wird. 
Möge die Hoffnung sich erfüllen Sie aus Anlass Ihrer neuesten Oper im Sommer in Berlin zu begrüßen! 

Mit wahrer Hochachtung 
Ihr 
sehr ergebener 
CFRungenhagen 

Berlin
den 26 Merz 
1845.

Autor(en): Rungenhagen, Carl Friedrich
Adressat(en): Spohr, Louis
Erwähnte Personen: Wichmann, Hermann
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Die Kreuzfahrer
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: https://www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1845032645


Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Rungenhagen an Spohr, 20.02.1845. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Rungenhagen an Spohr, 09.02.1849.

[1] Vgl. Giacomo Meyerbeer an Spohr, gleicher Tag.

[2] Zu Wichmanns Unterricht bei Spohr und Aufenthalt in Kassel vgl. Hermann Wichmann, Frohes und Ernstes aus meinem Leben, Leipzig 1898, S. 124-134.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (04.08.2026).