Autograf: Universitätsbibliothek Kassel – Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287

Altötting am 22ten April 1844

Hochverehrter Herr Hofkapellmeister!

Sie werden durch die Umstände gefälligst entschuldigen, daß ich zum zweitenmal mich an Sie wende. Als ich vor bereits 6 Monaten Ihnen meine Oper „die Schweden in1 Prag“ die, wie Ihnen bekannt seyn wird, in München bei ihrer jedesmaligen Aufführung so ungemein günstig aufgenommen worden, zur Aufführung anbot. Hatte ich als Beweggrund dazu wahrlich nur Ihrer anerkannten Verdienste um unsere deutsche Kunst, die Liebe, mit der Sie die Werke deutscher Componisten vorführen, die unter Ihrer Leitung zu erwartende schöne Wirkung, insbesondere die Achtung, die ich für Sie hege seit der längst vergangenen Zeit, wo ich in Würzburg das Vergnügen hatte mit Ihnen zu conversiren und Ihre trefflichen Quartette mitzuspielen.2 Da0 ich auf meinen Antrag keine Antwort erhielt, um die ich so dringend gtebeten, möchte ich beinahe einem Fehler der Post zuschreiben, wage es jedoch, denselben zu wiederholen, bevor ich die Oper in Commission gebe, warum ich von 2 Seiten her angegangen bin, und bitte daher um möglichst baldige Mittheilung Ihrer Entschließung, verharrend

Euer Hochwohlgeboren
achtungsvoll ergebener
GVRöder
kon. Hofkapellmeister
in Altötting
in Oberbayern

N.Sch. So eben, und ehe ich den Brief verschließe, lese ich eine Bekanntmachung der Redaktion der „Nürnberger Blätter für Theater,“ daß sie die Partitur meiner Oper schon von mir in den Händen haben3, was jedoch nicht eher seyn4, als der Contract unter uns schriftlich abgeschlossen ist.5

Autor(en): Röder, Georg Valentin
Adressat(en): Spohr, Louis
Erwähnte Personen:
Erwähnte Kompositionen: Röder, Georg Valentin : Die Schweden in Prag
Erwähnte Orte: München
Würzburg
Erwähnte Institutionen: Hoftheater <Kassel>
Hoftheater <München>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1844042243

Spohr



Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Röder an Spohr, 28.09.1843.

[1] „in“ über der Zeile eingefügt.

[2] Vgl. Vorbrief, Anm. 3.

[3] Noch nicht ermittelt.

[4] Sic!

[5] Vgl. „Neuigkeiten für Bühnen-Directionen“, in: Nürnberger Blätter für Theater, Kunst, Mode und geselliges Leben 18.04.1844, nicht paginiert.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (26.04.2023).