Autograf: nicht ermittelt
Druck: H., „Interessante Funde in alten Akten“, in: Central-Volksblatt für das gesamte Sauerland 16.02.1934, S. [7]

Cassel, den 15. Spt. 1843.

Hochverehrte Herren!

Nach Empfang Ihres geehrten Schreibens habe ich mich fortwährend besonnen auf einen geeigneten Direktor für Ihren musikalischen Verein, bisher aber vergebens. Meine jetzigen und kürzlich abgegangenen Schüler haben die nöthigen Fähigkeiten nicht, und von den früheren weiß ich theils den Aufenthalt nicht, theils sind mir auch die Fähigkeiten, außer dem Violinspiel zu unbekannt, um sie empfehlen zu können. Ich mögte daher rathen, daß Sie die Vakanz ihrer Musikdirektor-Stelle mit Angabe dessen, was Sie verlangen und geben, in den bezüglichen Leipziger musikalischen Zeitungen bekannt machten1, wo sich dann gewiß mehrere, denen die Stelle wünschenswerth ist, melden werden. Wollen Sie mir dann die Namen dieser gefälligst mittheilen, so werde ich Ihnen gewiß den würdigsten heraussuchen, oder falls Sie mir unbekannt wären, die nöthigen Erkundigungen einziehen können.
Indem ich von Herzen wünsche, daß ich Ihnen auf diese Weise einen vollgültigen Ersatz für Herrn Wolff2 zuweisen kann, unterzeichne ich mit ausgezeichneter Hochachtung

Ihr ergebenster Diener
Louis Spohr.

Autor(en): Spohr, Louis
Adressat(en): Musikverein <Arnsberg>
Erwähnte Personen: Wolff, Hermann
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: https://www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1843091516


Dieser Brief ist die Antwort auf den Brief Musikverein Arnsberg an Louis Spohr, 06.09.1843. 

[1] Es sind derzeit keine Stellenanzeigen bekannt.

[2] Spohrs Schüler Hermann Wolff wirkte 1838-1841 als Musikdirektor in Arnsberg.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (09.04.2026).