Autograf: The British Library London (GB-Lbl), Sign. RPS MS 369, f. 244

Mittwoch früh.

Hochgeehrtester Herr,

Das Honorar, welches die Direction d. Ph. G. mir gestern Abend durch Herrn Smart wollte überreichen lassen, kann ich nicht annehmen. Da Sie, ohngeachtet meiner zweimaligen Aufforderung mir keine Offerten gemacht hatten, so mußte ich vermuthen, daß Sie mir dasselbe Honorar wie bey meinem ersten Auftreten zugedacht habe.1 Und weniger hätte man mir bey einem Concerte, welches die Königin mit ihrer Anwesenheit beehrt hat, doch auch nicht leisten sollen, um so weniger, da die Ankündigung dieses Concertes dem meinigen so nachtheilig war, daß ich kaum die Kosten desselben eingenommen habe. Ich sehe daher der gefälligen Übersendung des früheren Honorars von 30 £ entgegen und bitte es an Herrn John Taylor, 35 Fredric Street, Gray’s Inn Road zu adressiren, durch den es sicher in meine Hände kommen wird. Sogleich nach meiner Rückkehr aus dem Lande werde ich die Quittung zu übersenden die Ehre haben!
Mit vorzüglicher Hochachtung

Ihr
ergebenster
Louis Spohr

Autor(en): Spohr, Louis
Adressat(en): Philharmonic Society
Erwähnte Personen: Smart, George
Taylor, John
Victoria, Großbritannien, Königin
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: London
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1843071214

Spohr



Der hier geschilderte Vorgang hat keine Entsprechung in der Darstellung in Marianne Spohrs Reisetagebuch (vgl. die Einträge 11. und 12.07.1843). Daher lässt sich auch nicht erschließen, ob die Philharmonic Society schriftlich auf diesen Brief antwortete oder einen Beauftragten mündlich mit Spohr verhandeln ließ. Auf jeden Fall lenkte Spohr am 19.07.1843 in einem weiteren Brief noch ein.

[1] Zum regulären Konzert am 03.07.1843 vgl. Marianne Spohr, Tagebucheintrag 03.07.1843; zum Extrakonzert am 10.07.1843, um dessen Honorar es hier geht, vgl. ebd., 10.07.1843.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (09.06.2017).