Autograf: Universitätsbibliothek Kassel – Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287

Aachen d. 9t September 1841. 

Mein edler Gönner. 

gestern besuchte mich hier ein Landsmann, der Regierungs-Rath D. Höpfner aus Leipzig, derselbe sammelt Autographien berühmter Männer – ich nahm mir die Freiheit, da er Cassel binnen kurzem besucht, ihm eine Karte und ehrfurchtsvolle Grüße von mir an Sie, und Ihre so gütige Frau Gemahlin mitzugeben, in der Hoffnung daß Sie es mir nicht als Arroganz auslegen werden, wenn ich ausnahmsweise in diesem Falle jemandem eine Empfehlung an Sie ausstellte. 
Die Zeit der Prüfung scheint vorüber, seitdem ich in Frankfurt zweimal1, und in Köln mit Liszt vereinigt2 aufgetreten, habe ich viel Zulauf und Geld, was mir sehr angenehm ist. Deshalb werde ich auch noch ein paar Jahre singen, und mich zuvörderst von hier nach Brüssel und Paris begeben. Ginge ich aber auch nach dem Monde und entdeckte dort goldne Berge, so würde ich doch nie den Mann auf der Erde vergessen dem ich Alles Alles zu danken habe. Immer Herr Hofkapellmeister wird Ihrer, und Ihrer Frau Gemahlin mit Ehrfurcht und kindlicher Dankbarkeit gedenken 

Gustav Brandt.

Autor(en): Brandt, Gustav
Adressat(en): Spohr, Louis
Erwähnte Personen: Höpfner (Regierungsrat)
Liszt, Franz
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Frankfurt am Main
Köln
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: https://www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1841090944


Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Brandt an Spohr, 26.04.1841.

[1] Zu den Konzerten am 23.07. und 06.08.1841 vgl. „Frankfurt“, in: Didaskalia 12.07.1841, nicht paginiert; „Frankfurt (Concert)“, in: Frankfurter Konversationsblatt (1841), S. 823f.; „Zweite musikalische Abendunterhaltung von Gustav Brandt“, in: ebd., S. 856.

[2] Vgl. „Dombau-Verein. Danksagung“, in: Kölnische Zeitung 29.08.1841, nicht paginiert.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (21.07.2026).