Autograf: Koninklijke Bibliotek, Nationale Bibliotheek van Nederland, Den Haag (NL-DHk), Sign. 135 F 25 (teilweise)
Faksimile: Gustav Adolph Heinze, Een kunstenaarsleven. Gedenkschriften, hrsg. v. Louise Westermann-Heinze, Amsterdam 1905, nicht paginierter Anhang (teilweise)
Druck: ebd., nicht paginierter Anhang (teilweise)

[…]
So viel Günstiges ich auch schon über Ihre Leistungen gehört habe und so sehr ich daher wünschte, Ihnen nützlich seyn zu können, so sind die hiesigen Verhältniße doch nicht der Art, daß
[…]
{im Theater, das andere von der Liedertafel veranstaltet für die hiesigen armen Wasserbeschädigten stattfinden werden.1 Ja, selbst die Polizeyerlaubniß wird, bevor diese beyden Concerten stattgefunden haben, für ein Concert}
[…]
{dieß durch Cassel führt. In unserm Theater, in den Zwischenacten wird nie einem fremden Künstler gestattet aufzutreten, da fast sämtliche Plätze abonnement sind und daher durch ein solches Auftreten kein Honorar für ihn eingenommen werden kann.}
[…]
Sie sehen daher, daß mein Bedauern Ihnen für jetzt nicht gefällig seyn zu können, nur zu wohl begründet ist. Sollte Sie aber Ihre Reise durch Cassel führen, so würde ich mich sehr freuen Ihre persönliche Bekanntschaft zu machen.2
Hochachtungsvoll

Ihr
ergebenster
Louis Spohr.

Autor(en): Spohr, Louis
Adressat(en): Heinze, Gustav Adolph
Erwähnte Personen:
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Kassel
Erwähnte Institutionen: Hoftheater <Kassel>
Liedertafel <Kassel>
Zitierlink: https://www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1841012415


Dieser Brief ist die Antwort auf einen derzeit verschollenen Brief von Heinze an Spohr.
Das Autograf dieses Briefs ist sowohl im Autograf als auch im Faksimile nur teilweise überliefert: zwei Fragmente dieses Briefs sind auf ein Blatt eines Autografenalbums aus dem ursprünglichen Besitz von Gustav Adolf Heinze bzw. seiner Tochter geklebt (vgl. Katalog der bestandhaltenden Bibliothek). Da Heinze in Leipzig am 16.01.1841 noch Empfehlungsschreiben von Felix Mendelssohn Bartholdy und Ferdinand David erhielt (Heinze, Een kunstenaarsleven, nicht paginierter Anhang), war dieser Brief sicherlich nach Leipzig gerichtet.
Der Text auf der Rückseite der Fragmente scheint durch und ist hier in geschweiften Klammern { } wiedergegeben. Die Reihenfolge der vier Teiltexte ist hypothetisch, abgesehen von dem letzten durch die Grußformel eindeutig einzuordnenden.
Dieser Brief muss nach dem erwähnten Hochwasser in Kassel am 18.01. und vor dem ersten erwähnten Konzert am 29.01.1841 entstanden sein (vgl. Anm. 1).

[1] Zum Konzert im Hoftheater am 29.01. und dem Konzert der Liedertafel am 03.02.1841 vgl. „Cassel, im Juli 1841”, in: Allgemeine musikalische Zeitung 43 (1841), Sp. 594-600 und 614ff., hier Sp. 599. Zum Hochwasser am 18.01.1841 vgl. „Fulda, Leine, Diemel etc. (Jänner 1841)”, in: Jurende’s Vaterländischer Pilger 29 (1842), S. 298; „Allerlei”, in: Regensburger Zeitung 27.01.1841, nicht paginiert;  „Kassel, 25. Januar”, in: Bayreuther Zeitung (1841), S. 113.

[2] Heinze bericht über seinen Besuch bei Spohr in: Een kunstenaarsleven, S. 45-49.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (13.08.2021).