Autograf: Niedersächsisches Landesarchiv, Standort Wolfenbüttel (D-Wa), Best. 250 N Nr. 977 (vgl. Arcinsys, dort verschwunden; Mikrofilm in D-Ksp)

Cassel den 14ten
November 40.

Hochgeehrter Herr,

Ich habe die Violine der Wittwe Deppe allen denen, von welchen ich nur vermuthen kann, daß sie eines Instruments benöthigt sind, zum Kauf angeboten, jedoch vergebens und es ist hier nun weiter keine Aussicht zum Verkauf, weshalb Sie bestimmen wollen, ob ich sie Ihnen zurückschicken soll oder was weiter damit vorzunehmen ist. Sie wissen übrigens so gut wie ich, daß das Instrument ohne allen Werth ist und daß der vorige Besitzer beym Ankauf sich hat gewaltig betrügen lassen. Es ist eine Geige, wie sie der hiesige Instrumentenhändler für 10-12 Rth anbietet. Ob Sie dieß der Wittwe mittheilen wollen, überlasse ich Ihrer Bestimmung. Mir scheint es nöthig, daß sie erfahre, daß sie im glücklichen Fall des Verkaufs, nicht mehr zu erwarten haben wird. Hier würde sich nicht einmal für die genannte Summe ein Käufer finden.
Indem ich von Herzen bedaure nicht bessere Nachrichten geben zu können, hochachtungsvoll und freundschaftlichst

der Ihrige
Louis Spohr.

Autor(en): Spohr, Louis
Adressat(en): Kiel, August
Erwähnte Personen: Deppe (Witwe)
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: https://www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1840111410


Bei der im Brief erwähnten „Wittwe Deppe“ könnte es sich um die Ehefrau des 1840 verstorbenen Detmolder Hofmusikers C.W.A. Deppe handeln. Falls dies zutreffen sollte, könnte August Kiel der Empfänger dieses Briefs sein. In diesem Fall wäre Kiel an Spohr, 07.01.1840 der letzte, Kiel an Spohr, 10.05.1840 der nächste erhaltene Brief.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (20.07.2023).