Autograf: Universitätsbibliothek Kassel – Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287
Sr. Wohlgeb. Herrn Kapellmeister Spohr
in
Cassel
Hamburg den 10. Jun. 1839.
Mein theurer alter Freund!
Oft habe ich Sie mit Empfehlungen behelligt, die zwar nie ohne Grund und ohne Ueberzeugung von mir ausgingen, Ihnen aber doch mehr zur Last als zum Vergnügen gerreicht haben mögen; und immer haben Sie dennoch so freundliche Nachsicht darauf genommen, daß ich nicht weiß, wie ich Ihnen genug danken soll. Wie willkommen muß mir also eine Gelegenheit seyn, mir Ihren Dank zu verdienen, während ich zugleich eine liebenswürdige Freundin verbinde! diese Freundin welche die Ehre haben wird, Ihnen diese Zeilen auszuhändigen, ist nämlich Fräulein von Hayn(???), welche unendlich wünschte, Ihre Bekanntschaft zu machen und die ich bey Ihnen einzuführen freudig übernommen habe. Ueber ihren anerkannten Künstlerwerth kann ich mir jedes Wort ersparen: der Name reicht hin, das größte Interesse einzuflößen; was aber dieses Interesse unendlich erhebt, daß ist ihre allseitige Bildung, ihr Geist, ihre Gemüthlichkeit und Güte, mit allen Grenzen, welche Schönheit u Erziehung verleihen können,1 zum harmonischen Ganzen verschmolzen. Wer sollte, wer könnte dieß besser u richtiger würdigen, als Sie, mein edler Freund! – Ich setze daher für die Angelegenheit nichts hinzu, als den Wunsch, daß es mir vergönnt seyn möge, Sie noch einmal in diesem Leben in meine Arme zu schließen, bis dahin aber Ihrem freundlichen Andenken empfohlen zu bleiben. Unter den freundlichsten Empfehlungen meiner Frau an Sie und die Ihrigen bin und bleibe ich unveränderlich
Ihr
Sie innig ehrender Freund
CarlFriedrichErnstLudwig.
| Autor(en): |
Ludwig, Carl Friedrich Ernst |
| Adressat(en): |
Spohr, Louis |
| Erwähnte Personen: |
Hayn, (Fräulein) von |
| Erwähnte Kompositionen: | |
| Erwähnte Orte: | |
| Erwähnte Institutionen: | |
| Zitierlink: | https://www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1839061047 |
Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Ludwig an Spohr, 25.11.1836.
[1] Hier gestrichen: „alles das“.
Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (20.01.2025).