Autograf: Universitätsbibliothek Kassel – Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287

Bremen, den 2 Oct. 38.

Liebster Herr Capellmeister,

Ich beeile mich anzuzeigen, daß ich seit vorgestern Bräutigam bin, da ich im Innersten fühle, daß Sie immer den herzlichsten Antheil an mir genommen haben; – Meine Braut ist meine Nichte Emma Sengstack, – die ganze Familie, besonders meine Schwester und künftige Schwiegermutter Christel1 grüßt Sie auf’s herzlichste. – Den Tod Ihrer lieben Therese weiß ich leider, erfuhr ihn aber so spät, daß ich Ihr erschüttertes Herz durch neue Anregung von Neuem in zu herben Schmerz zu versetzen fürchtete; – meiner Theilnahme so wie der Theilnahme aller der Unsrigen sind Sie ja überzeugt! – auch wir verloren viel, sehr viel durch den Tod unsrer lieben Mutter2, die uns im März enrißen wurde; – freilich war es anders mit ihr: – sie war 80 Jahre alt und ihre Hoffnungen waren bereits alle erfüllt; – Sie aber verloren ein Wesen, von dem Sie erst alles hoffen durften! – 
Ihrer Frau Gemahlin meine herzlichsten Grüße, – ich bitte Sie Hauptmann u. Hasemann grüßen zu lassen, wie glücklich ich bin. – 

In inniger Liebe
der Ihrige
Eduard Grund.

Autor(en): Grund, Eduard
Adressat(en): Spohr, Louis
Erwähnte Personen: Grund, Christiane Eleonore
Grund, Emma
Hasemann, Nicolaus
Hauptmann, Moritz
Sengstack, Christiane
Spohr, Therese
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: https://www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1838100239


Der letzte erhaltene Brief dieser Korresondenz ist Grund an Spohr, 28.03.1837. Der nächste erhaltene Brief dieser Korresondenz ist Spohr an Grund, 24.02.1839.

[1] Christiane Sengstack.

[2] Christiane Grund.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (20.07.2026).