Autograf: nicht ermittelt
Druck: „Spohrs Entscheidung in Angelegenheit des Herrn Capellm. Krebs und des Recensenten im ,Freischützen’ genannt: Wahrlieb“, in: Hamburger Musikalische Zeitung 1 (1837), S. 7 (teilweise)


Sr. Wohlgeb. dem Herrn
Musik-Director Krebs.

Cassel, den 22sten Sept. 1837.

[…]
Sie hatten meiner Ansicht nach vollkommen recht, die fragliche Stelle so zu schreiben, wie es geschehen ist, weil sie mit c viel leichter zu lesen ist als mit his. Ihr Recensent hatte daher gewiss Unrecht zu verlangen, dass Sie his schreiben sollten; ich glaube aber, Sie hätten ihm zugeben können, dass das c für his gelte, wie denn auch die Verwechselung in der letzten Note dies andeutet. Denn die übermässige Sexte und nicht die Septime wird nach dem vorhergehenden und nachfolgenden Accord herausgehört werden, wenn auch das his selbst nicht einmal vorkäme.
In der folgenden Stelle z. B., lässt sich durchaus kein his bei * schreiben und doch wird man es hören und daher den Accord für keinen Septimen-Accord ausgeben können.

[Nbs]

Eine gleiche Bewandniss hat es, meine ich, mir Ihrer Stelle. Aber, wie schon gesagt, geschrieben hätte ich sie eben so wie Sie, denn ein bequemes, die richtige Execution sicherndes Lesen scheint mir immer das erste Erforderniss. Diess meine Ansicht […]
Mit vorzüglicher Hochachtung […]

ergebenster
Louis Spohr.

Autor(en): Spohr, Louis
Adressat(en): Krebs, Karl August
Erwähnte Personen:
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: https://www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1837092243


Dieser Brief ist die Antwort auf Krebs an Spohr, 12.09.1837. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Krebs an Spohr, 24.10.1849.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (12.12.2022).