Autograf: Universitätsbibliothek Kassel – Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287

Wohlgeborner,
Hochgeehrtester Herr Kapellmeister!

Der Ueberbringer dieses Briefes, Herr Wagner aus Arnstadt, Candidat der Theologie, welcher seit einiger Zeit als Hauslehrer in einem mir befreundeten Hause in Eisenach conditionirte, hat sich entschlossen, den geistlichen Stand mit dem eines Schauspielers und Sängers zu vertauschen, sucht gegenwärtig ein Engagement in einem guten Theater und wünscht Ihnen von mir empfohlen zu seyn. Ich habe diesem Gesuche gerne genügt, weil Hr. Wagner eine schöne, volltönende Baßstimme besitzt und sich außerdem durch ein bescheidenes, anständiges Betragen, so wie durch gründliche, wissenschaftliche Bildung empfiehlt. Seine Stimme ist zwar noch nicht ausgebildet, allen bei seinem Talent und guten Willen wird er bald dahin gelangen und dann eine gute Acquisition für jede Bühne werden. Er unterwirft sich gern jeder Prüfung, und Sie werden durch eigene Wahrnehmung meine Aueßerungen über ihn bestätigt finden.
Uebrigens ist es mir äußerst angenehm und erfreulich, nach längerer Zeit wieder Gelegenheit gefunden zu haben, Ihnen die Gefühle meiner innigen Hochachtung auszusprechen, mit welchen ich die Ehre habe zu verharren
Ew. Wohlgeboren

gehorsamster Dr.
Fr. Freyh. von Boyneburg.

Autor(en): Boyneburgk, Friedrich Karl August von
Adressat(en): Spohr, Louis
Erwähnte Personen: Wagner, Rudolf Friedrich
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Eisenach
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: https://www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1835080947


Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Boyneburg an Spohr an, 10.04.1834. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Boyneburg an Spohr, 03.12.1845.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (11.12.2024).