Autograf: Universitätsbibliothek Kassel – Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287

Sr Wohlgeboren 
dem Herrn Doctor & Capellmeister Spohr 
Cassel 

pr Env.1


Rostock 29t Juny 1835 

Ew. Wohlgeboren

werden mit der durch Herrn Schwann mir vorgelegten Subscriptions Liste meine Unterzeichnung eines Clavierauszuges Ihrer Ausgabe der letzten Worte des Erlösers pp ersehen; nun aber nun2 setze ich auch als Vorsteher und Caßenführer des hiesigen GesangVereins, an deren Spitze der Vice Canzley Direktor Herr C. von Bothe als Director steht, eine Partitur für unseren Verein auch zu besitzen, und ersuche ich demnach mir eine solche in Abschrift durch Herrn F. Schwaan, unsern hier allgemein beliebten Musikförderer zukommen zu laßen. 
Es gereicht mir zur besonderen Ehre und Freude, daß meine Vaterstadt in Besitz so großer und wichtiger Talente, wie Ew. Wohlgeboren Person berühren sich befindet, und es wird gewiß jeder Casselaner gern sein Schärflein dazu beytragen, Ihren so augezeichneten Ruhm zu berühren und zu erhöhen. meine Familie, haben sich als Dilettanten, nehmlich 1 Sohn und 3 Töchter, dem musikalischen Wißenschaften sowohl im Spiel & Gesang ergeben, und sind eine große Stütze des hiesigen GesangVereins.3
Mein elterliches Hauß in der obersten Gaße alldort belegen, was von meinem Vetter dem Conditor & Weinhändler Jeckly4 bewohnt wird, und wo meine noch lebende 93 jährige Mutter wohnt, wird Ihnen gewiß nicht unbekannt seyn.
Indem ich mich mit aller Hochachtung bestens empfehle zeichne ich als 

Ew. Wohlgeboren 
gehorsamster 
J Th. Holtzschue

Autor(en): Holtzschue, Johann Philipp
Adressat(en): Spohr, Louis
Erwähnte Personen: Both, Karl Friedrich von
Jäcklin, Christian
Schwaan, Friedrich
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Des Heilands letzte Stunden
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen: Gesangverein <Rostock>
Zitierlink: https://www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1835062947


Dieser Brief lag dem Brief Friedrich Schwaan an Spohr, 01.07.1835 bei.

[1] „Schließt man den Brief Jemanden zur Uebergabe bei, so schreibt man auf die Adresse: ,Durch Inlage‘ – ,durch Beischluß‘ – ,durch Einschluß‘ – ,durch Güte‘ oft auch abgekürzt nur die Anfangsbuchstaben: d. I. – d. B. – pr. E. – d. G. –“ (Neuester und vollständigster deutscher Universal-Muster-Briefsteller, sowie österreichischer Privat-Geschäfts-Secretär, welcher alle im bürgerlichen Leben vorkommenden schriftlichen Aufsätze zu verfassen lehrt, Bd. 1, o.O. [1842], S. 124).

[2] Sic!

[3] Hier am unteren Seitenrand: „Sr Wohlgeboren / Dem Herrn Doctor & Capellmeister Spohr / Cassel“.

[4] Das Casselsche Adreß-Buch (1835) führt den Konditor Christian Jäcklin für die Martinistraße 74 (S. 104).

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (27.05.2026).