Autograf: Zentralbibliothek Zürich, Musikabteilung (CH-Zz), Sign. Ms Car. XV 193.25.2

Wohlgeborner,
Hochgeehrter Herr,

Indem ich mir die Freiheit nehme Ew. Wohlgeb. beyliegend eine Einladung zur Subscription auf mein neues Oratorium zu übersenden, verbinde ich damit die ergebenste Bitte, dieselbe bey den Mitgliedern des dortigen Gesangvereins und andern Freunden von der Vokalmusik cirkuliren zu lassen und sich der Einsammlung von Unterschriften gütigst unterziehen zu wollen, für welch Mühwaltung ich bey 6 Unterschriften ein Freiexemplar zu geben, mich erbiete.
Mit vorzüglichster Hochachtung habe ich die Ehre zu seyn

Ew. Wohlgeb.
ergebenster
Louis Spohr

Cassel, den 20ten Mai
1835


NS. Sie werden, verehrtester Herr, aus dem Vorherstehenden, mein Unternehmen ersehen haben und leicht denken können, wie sehr ich wünschen muß, daß ein Mann wie Sie, der an der Spitze des1 Schweitzer Musikvereins steht und der geehrtester Künstler des Landes ist, sich für mein Unternehmen gütigst interessire und thätig sey. Der Zweck dieses Briefs ist daher, Sie hierum angelegentlichst zu bitten und zwar nicht blos für die Stadt Zürich, sondern für alle Schweitzer Städte, das Sie ja alles was die Kunst treibt, kennen. Sollten Sie mir für solche Mühwaltung andre, als die proponirten Bedingungen stellen wollen, so werde ich sie gewiß gern annehmen. - Ist Ihnen aber die Sache zu lästig, so ergeht noch meine ergebenste Bitte, mir irgend jemand dort gütigst vorzuschlagen, an den ich mich in dieser Angelegenheit werden könnte, da es mir jetzt ganz an Bekanntschaft in der Schweitz fehlt.
Einer bald gefälligen Antwort entgegensehend, mit vorzüglicher Hochachtung und Ergebenheit

der Ihrige
Louis Spohr

Autor(en): Spohr, Louis
Adressat(en): Nägeli, Hans Georg
Erwähnte Personen:
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Des Heilands letzte Stunden
Erwähnte Orte: Zürich
Erwähnte Institutionen: Schweizer Musikgesellschaft
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1835052026

Spohr



Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Nägeli, 22.07.1825.
[Ergänzung 15.03.2019: In Reaktion auf diesen Brief annoncierte Nägeli, dass der Klavierauszug in seiner Musikhandlung zu subskribieren sei (Nägeli, „Musik-Anzeige“, in: Der aufrichtige und wohlerfahrene Schweizer-Bote 32 (1835), S. 184.]

[1] Hier ein oder zwei Buchstaben gestrichen.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (09.12.2016).