Autograf: Universitätsbibliothek Kassel – Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287

Pr. Minden d 11t Febr. 1835. 

Sehr geehrter Herr Capellmeister! 

So eben empfing ich Ihren werthen Brief. Er ist mir wieder ein Beweis Ihrer so oft schon gegen mich bewiesenen Güte. 
Ich beeilte mich Ihren erhaltenen Fingerzeigen nachzukommen. Zugleich mit diesen ist auch ein Brief an den Herrn Marschner abgegangen. Nun aber bitte bitte nicht böse werden!!
Ich habe nämlich die Dreistigkeit gehabt mich auf Ihr gütiges Urtheil zu berufen. Haben Sie darum doch die Gefälligkeit und geben Sie bey H. Marschner mit ein Paar Worten Ihre meinung über mich ab. Bitte thun Sie es doch. Sie werther Herr Capellmeister können jetzt für mich viel wirken. Ein Urtheil von Ihnen nützt sehr viel und vielleicht kann das Ganze mir dadurch zum Vortheil ausschlagen, wenn Sie nicht zu hart gegen mich verfahren. 
Hernach denn schelten Sie mich selbst meiner dreisten Zudringlichkeit nur weidlich aus, ich will gern und geruhig still halten. Doch so böse sind Sie nicht. Noch einmal um die Erfüllung meiner Bitte recht herzlich Sie ersuchend verbleibe ich mit wahrer Hochachtung u Liebe 

Ew Wohlgeboren 
gehorsamster 
Ludwig Burmeister
.//.

P.S. 
Werden Sie auch verdrießlich, wenn Ihnen in Zukunft mal wieder ein Brief von mir zur Hand kommen sollte??????!!!!

Autor(en): Burmeister, Ludwig
Adressat(en): Spohr, Louis
Erwähnte Personen: Marschner, Heinrich
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen: Hoftheater <Hannover>
Zitierlink: https://www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1835021146


Dieser Brief ist die Antwort auf einen derzeit verschollenen Brief von Spohr an Burmeister. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Burmeister an Spohr, 04.06.1835.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (16.04.2026).