Autograf: Universitätsbibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287
Hochverehrter Herr!
Ich wende mich in diesen Zeilen an Sie mit einem Wunsche, den ich schon früher, doch im ungünstigen Augenblicke gegen Ew Wohlgeboren ausgesprochen, mit dem Wuinsche, in der Nähe eines Mannes, den ich in seinen unsterblichen Werken verehre, mein Talent zur möglichsten Kunstvollendung ausbilden zu dürfen.
Eine Aufforderung in der Theaterchronik1 läßt mich hoffen, daß vielleicht jetzt ein mir günstiger Zeitpunct da sein möchte und in dieser Hoffnung wende ich mich ergebenst an Ew Wohlgeboren.
Ich singe erste Baßparthien und bin im Besitze eines sehr bedeutenden Repertoires.
Da ich nicht das Glück habe, von Ew Wohlgeboren gekannt zu sein, so darf ich wohl versichern, daß sowol Stimme, als Spiel und durchaus musicalische Bildung mich berechtigen, um eine so schöne Stellung mich zu bewerben, ich darf sogar hoffen, ein hochgestecktes Ziel zu erreichen, wenn mir das hochgestekte Glück werden sollte, Ihnem Urtheile, Hochverehrter Herr, meine Leistungen unterwerfen zu können.
Indem ich freundlichst um eine gütige Antwort bitte, schreibe ich mich
mit der ausgezeichnetesten Hochachtung
Ew Wohlgeboren
C.L. Kaibel
Erster Bassist der deutschen Oper
zu Straßburg.
Strasburg d 13 Juni 1834.
im Graben. Nro 14.
| Autor(en): |
Kaibel, Carl L. |
| Adressat(en): |
Spohr, Louis |
| Erwähnte Personen: | |
| Erwähnte Kompositionen: | |
| Erwähnte Orte: | |
| Erwähnte Institutionen: |
Hoftheater <Kassel> Theater <Straßburg> |
| Zitierlink: | https://www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1834061345 |
Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Kaibel an Spohr, 01.06.1829.
[1] „Bekanntmachung“, in: Allgemeine Theater-Chronik 3 (1834), S. 344.
Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (09.05.2022).