Autograf: Universitätsbibliothek Kassel – Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287

Wohlgeborner,
Hochgeehrtester Herr Kapellmeister!

Es ist bereits eine lange Zeit, daß ich mich Ihnen nicht genahet habe. Gestatten Sie mir es dieses Mal, indem ich ein wahres Bedürfniß fühle, Ihnen folgende Bitte antragen zu dürfen: der junge Lacomb, Pianist aus Paris, der, wie ich höre, auch bei Ihnen war1, gab vor wenigen Tagen Conzert in Eisenach und entzückte das Publikum durch sein ausgreifendes Spiel. Ich hörte ihn außerdem noch vorgestern Morgens und leugne nicht, daß mich sein Spiel gleichfalls hingerissen hat. Da ich aber in diesem Punkte gegen mich selbst Mißtrauen hege, so konte ich dem innern Drange nicht widerstehen, mich deshalb an Sie zu wenden und mir Ihr gütiges Urtheil darüber zu erbitten. Ich hoffe auf Ihre mir stets bewiesene Nachsicht und unterzeichne mit mir der reinsten Hochachtung
Ew. Wohlgeboren

gehorsamster Diener
Fr. Fhr. von Boyneburg.

Städtfeld bei Eisenach,
d. 10. April, 1834

Autor(en): Boyneburgk, Friedrich Karl August von
Adressat(en): Spohr, Louis
Erwähnte Personen: Lacombe, Louis
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Eisenach
Kassel
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: https://www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1834041047


Der letzte überlieferte Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Boyneburg, 18.04.1827. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Boyneburg an Spohr, 09.08.1835.

[1] Vgl. „Allerhand. Für Musikfreunde“, in: Allgemeiner Anzeiger und Nationalzeitung der Deutschen (1834), Sp. 1149f.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (11.12.2024).