Autograf: Národní muzeum – České muzeum hudby Praha [Nationalmuseum – Tschechisches Musikmuseum Prag] (CZ-Pnm), Sign. NM-ČMH G 13729 / 88 (Štěpánkovo album)
Druck 1: Otto Poyer, „Fünf Briefe berühmter Tondichter”, in: Neue Zeitschrift für Musik 90 (1894), S. 26f., hier S. 27
Druck 2: Correspondenz Stiepanek. Kancelář Stavovského divadla v Praze 1800-1850. Die Kanzlei des Ständetheaters in Prag, hrsg. v. Petra Ježková and Jitka Ludvová, Prag 2023, S. 154 (tschechische Übers.)
Druck 3: Correspondenz Stiepanek. Kancelář Stavovského divadla v Praze 1800-1850. Die Kanzlei des Ständetheaters in Prag. Addenda, hrsg. v. Petra Ježková and Jitka Ludvová, Prag 2023, S. 181
Inhaltsangabe 1: Richard Batka, Aus Der Musik- und Theater-Welt. Beschreibendes Verzeichnis der Autographen-Sammlung Fritz Donebauer in Prag, Prag 1894, S. 126 (teilweise)
Inhaltsangabe 2: [Ernst Rychnovsky], Beschreibendes Verzeichnis der Autographen-Sammlung Fritz Donebauer in Prag, 2. Aufl., Prag 1900, S. 269
Beleg: Sammlung Fritz Donebauer, Prag. Briefe, Musik-Manuscripte, Portraits zur Geschichte der Musik und des Theaters. Versteigerung vom 6. bis 8. April 1908 (= Katalog Stargardt), Berlin 1908, S. 99
Sr. Wohlgeb.
Herrn J.N. Stiepanek
Director und Mitunternehmer
des Ständischen Theaters
zu Prag
frei Schleiz1
Cassel den 30sten Nov.
1832.
Wohlgeborner Herr,
Auf Veranlassung Ihrer gefälligen Anfrage erkläre ich hiermit: daß ich die Prager Bühne im rechtmäßigen Besitz meiner Oper Jessonda anerkenne und daß Sie dieselbe nach dem Benefice der Mad. Podhorsky, so oft wiederholen könne, als es Ihnen beliebt. Das Honorar habe ich durch ein hiesiges Handelshaus für Rechnung des Herren Fiedler2 richtig ausgezahlt erhalten.
Wenn die Cholera nächsten Sommer in Böhmen nicht wieder zu sehr Oberhand nimmt, werde ich mit meiner Frau Marienbad besuchen. Nach der Kur beabsichtige ich eine Vergnügungsreise nach Prag, um meine alten Freunde dort einmal wiederzusehen. Dann steht mir auch das Vergnügen bevor Ihre persönliche Bekanntschaft zu machen und nach langer Zeit einmal wieder Ihr Theater zu besuchen!
Mit vorzüglicher Hochachtung
Ew. Wohlgeb.
ergebenster
Louis Spohr.
NB. Die Herren Triebensee, Pixis, sowie alle Mitglieder des dortigen Conservatoriums und Theaterorchesters, die sich meiner noch gütigst erinnern, bitte ich von mir herzlichst zu grüßen.
| Autor(en): |
Spohr, Louis |
| Adressat(en): |
Štěpánek, Jan Nepomuk |
| Erwähnte Personen: |
Pixis, Johann Peter Podhorsky, Katharina Spohr, Dorette Triebensee, Josef |
| Erwähnte Kompositionen: |
Spohr, Louis : Jessonda |
| Erwähnte Orte: |
Marienbad Prag |
| Erwähnte Institutionen: |
Konservatorium <Prag> Theater <Prag> |
| Zitierlink: | https://www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1832113015 |
Dieser Brief ist die Antwort auf einen derzeit verschollenen Brief von Štěpánek an Spohr.
[Ergänzung 02.06.2026: Jitka Ludvová zeichnet die Provenienz des Štěpánek-Albums nach: Eduard Schebek in Prag erwarb die Briefe an Štěpánek von dessen Familie, die dann spätestens 1894 im Besitz von Donebauer waren. In der Auktion 1908 erwarb Richard Morawetz in Eipel (heute Úpice) in Nordböhmen das Album, von wo es nach der Flucht der jüdischen Familie 1938/39 in das Prager Strahov-Kloster kam, das nach 1945 als Pamatník narodního písemnictví verstaatlicht wurde, heute Museum für Tschechische Literatur (CZ-Ps). Nach Restitution an Oskar Morawetz erwarb es der tschechische Staat für das Nationalmuseum („Historie jedné sbirki“, in: Correspondenz Stiepanek, S. 39-50 vgl. Weber-Gesamtausgabe).]
[1] Rechts oben neben dem Adressfeld befindet sich der Poststempel „CASSEL 30 NOV 1832“.
[2] Druck 1 transkribiert fälschlich: „Triedler“.
Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (12.04.2016). Nach Autograph neukollationiert (30.09.2025).