Autograf: Universitätsbibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287

Sr. Wohlgebohren
dem Herrn Kapellmeister
Louis Spohr
zu
Cassel

Nebst 3 Rth Preuß. Cour.
frey.


Eutin, den 25. Decbr. 1826.

Ew. Wohlgeboren

sehr schätzbare Zuschrift vom 20t Oct. d. J. habe ich zu empfangen die Ehre gehabt. Wenn in unserm kleinen Eutin, als Geburtsstadt des unvergeßlichen Weber, und des trefflichen Flötenbläsers Fürstenau1, viel Musik getrieben wird, so ist der Ort nur klein u. seitdem unser tüchtiger Stadt-Musikus Fürstenau2, Bruder des Vaters Jenes uns auch durch frühes Hinscheiden verließ, hat die Musik u. besonders das Personals des Gesanges, welches nur durch die zu früh Abgeschiedenen recht kräftig gebildet u. zusammengehalten wurde, eine bis jetzt noch nicht ersetzten, höchst empfindlichen Stoß erlitten. Dieses sind die Ursachen, daß auf Ew. Wohlgebohren geschätze Ankündigung, die ich sogleich in Umlauf setzte, Subscriptionen nicht erfolgt sind.
Für mich erbitte ich Ein Exemplar dieses gewiß ausgezeichneten Werkes u. ich bitte, solches an die Hahnsche Buchhandlung in Hannover nur gefälligst absenden zu wollen, welche das Werk für mich bezahlten wird, u. wegen der Sache schon unterrichtet ist. – Herr Dr Mutzenbecher in Altona würde ich um die Annahme des Werkes ersucht haben, ich habe es auch jenem Wege leichter. –
Mit Gesinnungs u vorzüglichster Hochachtung habe ich die Ehre zu seyn

Ew. Wohlgebohren
Ergebenster
Herbart.

Autor(en): Herbart, Gerhard Friedrich
Adressat(en): Spohr, Louis
Erwähnte Personen: Fürstenau, Anton Bernhard
Fürstenau, Carl Bernhard
Mutzenbecher, Ludwig Samuel Dietrich
Weber, Carl Maria von
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Die letzten Dinge
Erwähnte Orte: Eutin
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1826122547

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf Spohrs Subskriptionsaufruf für sein Oratorium Die letzten Dinge, dessen an Herbart gerichtetes Exemplar vom 20.10.1826 derzeit verschollen ist.

[1] Anton Bernhard Fürstenau.

[2] Carl Bernhard Fürstenau.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (20.01.2023).