Autograf: nicht ermittelt

Autor(en): Grund, Eduard
Adressat(en): Spohr, Louis
Erwähnte Personen: Schröder-Devrient, Wilhelmine
Weigl, Joseph
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Zemire und Azor
Erwähnte Orte: Wien
Erwähnte Institutionen: Hoftheater am Kärntnertor <Wien>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1821122039

Spohr



Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Grund an Spohr, 13.10.1821. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Grund an Spohr, 25.05.1822.
Die Existenz des Briefs ergibt sich aus den Erwähnungen in Spohr an Wilhelm Speyer, 02.01.1822 und 29.03.1822. Die Datierung folgt aus dem Datum der Erstaufführung 15.012.1821 ( „Tagebuch der Wiener-Bühnen. Jänner 1822”, in: Allgemeine Theaterzeitung und Unterhaltungsblatt 15 (1822), S. 34f., hier S. 35) und dem Datum von Spohrs erster Erwähnung im Brief vom 02.01.1822. Dem Brief vom 02.01.1822 nach berichtet Grund, er habe den Dirigenten Joseph Weigl und die Sänger der Wiener Erstaufführung von Spohrs Zemire und Azor verfluchen mögen. Wenn er die Oper hier zum ersten Mal gehört hätte, würde sie ihn angeekelt haben. Eine ausführlichere Inhaltsangabe gibt Spohr im Brief vom 29.03.1822: „Von Wien weiß ich dieß auch das bestimmt, indem Edward Grund bey der ersten Aufführung dort gegenwärtig war und mir treuen Bericht erstattet hat. Ich theile Ihnen nur einiges davon mit. Die Zemire sang Dem. Schröder eine Anfängerin im Gesange, die so wenig Geläufigkeit hat, daß man ihr alle Sechzehntel-Passagen in Achtel umgeändert habe. Von der großen Arie im 2ten Akt war kaum die Hälfte geblieben. Im Duett mit Azor war sie so wenig sicher daß sie bey den Wechselstellen seine Stimme beyde male mitsang. Vom ersten Finale war das Duett Sprich lieber Aly ganz weggestrichen, so auch die Hälfte des Terzetts der 3 Schwestern und die Wiederholung im Finale. Der Entreact mit den Accorden auf dem Theater wurde von Weigl so langsam genommen, daß er wie ein Übungsstück für angehende Violinspieler klang. Das Quintett im ersten Finale ohne Orchesterbegleitung was hier (recht rein intonirt und mit allen vorgeschriebenen Nuancen gesungen) von außerordentlicher Wirkung war, ist dort gar nicht zum Anhören gewesen und Grund schrieb mir damals: hätte er die Oper in Wien zum erstenmal gehört, sie würde ihn im höchsten Grade zum Ekel geworden seyn.” (vgl. „Wien. Uebersicht des Monats December”, in: Allgemeine musikalische Zeitung 24 (1822), Sp. 58-66, hier Sp. 59f.; Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode (1821), S. 73f. „Schauspiele. Kaiserl. Königl. Hoftheater nächst dem Kärntnerthore”, in: Sammler 14 (1822), S. 7f., hier S. 8; „Hoftheater nächst dem Kärntnerthor”, in: ebd., S. 48.
 
Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (09.02.2016).