Autograf: Universitätsbibliothek Kasel – Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287
 

Ew. Wohlgebohrn

werthe Zuschrift vom 30ten 8ber welche mit der holländ. Post zum ewigen Montag hätte eintreffen sollen – ist mir erst gestern zugekommen! wahrscheinl. ist der Brief zu spät aufgegeben – und das auch das längere Ausschreiten(???) veranlasst worden! Ich bedaure es um deswillen am meisten, weil ich verhindert bin, nach Ihrem Wunsche, Ihnen sogleich heute, über alles definitiv zu schreiben; nach der bestehenden Einrichtung unseres Instituts, müßen bei ungewönlich wichtigen Fällen, worunter die Besetzung der orchester Director Stelle, allerdings mit gehört, mehrere Glieder der actionair Gesellschaft zu Rathe gezogen worden – Dies wäre von gestern auf heute der Zeitkürze wegen, umso weniger möglich, da die Sache überhaupt, um unsers bisherigen und verdienstvollen musick Director Herrn Schmitt willen, mit schonender Rücksicht eingeleitet und behandelt werden muß. Derselbe leidet wie ich die Ehre hatte, Ihnen in meinem ersten Briefe zu sagen1, seit 18 Monaten im höchsten Grade, an einer dem Ansehen nach, unheilbaren Wassersucht, wobei jedoch nach der eigenthümlichen Art dieser Krankheit, öfters kurze Perioden scheinbarer Genesung eintreten! Dies ist gerade in dem Augenblicke der Fall, und darum erfordert es nun so reiflicher Überzeugung wie die richtige Maasregel, wie Besetzung der Stelle des Herrn Schmitt, am Besten auszuführen sein, ohne daß sie bei der Täuschung die er sich über seinen Zustand macht, vielleicht zerstörend auf Sein Wesen richte –! Sie werden, ich bin es überzeugt, über diese Schonung mit mir einverstanden Sein! Übrigens freut es mich herzlich, daß Sie die Hauptsache unsere pecuniairen Bedingungen, annehmlich finden – alles andere wird sich leicht ausmitteln! Mit nächster Post, am künftigen Sonntage, werde ich die2 unfehlbar die Ehre haben, Ihnen ausführlich entscheidende Nachricht zu geben. – Da wir den Zeitpunkt bestimmen, wenn das Beginnen Ihrer hiesigen Functionen gewünscht wird – vorläufig glaube ich dazu, den 1t Xber angeben zu können!
Genehmigen Sie indessen die Versicherung meiner hohen Achtung und Ergebenheit

Wm Mumm

Frankfurt a/m 6t Nov.
1817.

Autor(en): Mumm, Wilhelm
Adressat(en): Spohr, Louis
Erwähnte Personen: Schmitt, Carl Joseph
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen: Stadttheater <Frankfurt am Main>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1817110647

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf den derzeit verschollenen Brief Spohr an Mumm, 30.10.1817. Der nächste Brief dieser Korrespondenz ist Mumm an Spohr, 09.11.1817.

[1] Vgl. Mumm an Spohr, 17.10.1817.

[2] Sic!
 
Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (14.03.2024).