Autograf: Universitätsbibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287
An Spohr anno 1857.
Ein Sprichwort, Mann, gibt es für Dich.
Hast’s wohl schon oft erfahren:
„Wer Pech anpreist, besudelt sich“
Selbst noch mit grauen Haaren.
Du dichtetest im Bürgerrock,
dem häuslichen, behäbigen;
Man machte dich zum Kleiderstock
der Uniform, der schäbigen.
Nun riß man ab das Gallakleid1,
dem braven Stock zum Hohn:
Wie funkelt nun das Prachtgeschmeid
In Deiner Künstlerkrone.
Als Geisterheld und Ehrenmann,
Kein Kriecher, Kranker, Prahler,
Ziehst du dem Hausrock wieder an –
Für sechzehnhundert Thaler.
Hildburghausen,
d. 29. Nov.
1857.
Friedrich Hofmann
| Autor(en): |
Hofmann, Friedrich |
| Adressat(en): |
Spohr, Louis |
| Erwähnte Personen: | |
| Erwähnte Kompositionen: | |
| Erwähnte Orte: | |
| Erwähnte Institutionen: | |
| Zitierlink: | www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1857112946 |
Dieser Brief lag Mahr an Spohr, 30.12.1857 bei.
[1] Wohl Gala-Kleid.
Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (17.05.2022).