Autograf: Universitätsbibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287

Sehr geehrter Herr Hofkapellmeister.

Ich erhielt gestern Abend eine Parthie, Ruggiero in der Jüdin, welche mir nach meiner kontractlichen Stellung nicht zukommt. Herr Föppel ist im Besitze meiner Rolle, wogegen ich, vorzüglich bei den jetzigen Verhältnissen nichts einwenden mag, obschon ich begründete Ansprüche darauf hätte. Allein ich liebe den Frieden, weßhalb ich gerne alles vermeide, was ihn stören könnte. Im gegenwärtigen Falle jedoch werden Sie selbst es der Billigkeit gemäß finden, daß ich von einer Rolle, die mir nicht gehört und welche bereits Herrn Ellenberger zugetheilt war, befreit werde, da die Rolle, die mir eigentlich gebührt, anderweitig besezt ist1. Ich bitte Sie daher recht sehr, mir gütigst die Parthie wieder abnehmen und dem frühern Besizer wieder zukommen zu lassen.
Mit Zuversicht Ihrer gütigen Gewährung entgegensehend, bin ich

Hochachtungsvoll
Ew. Wohlgeboren
ergebenster
I. Krieg.

den 20ten Septem. 1837.

Autor(en): Krieg, Hyronimus
Adressat(en): Spohr, Louis
Erwähnte Personen: Ellenberger, Ferdinand
Föppel, Heinrich
Erwähnte Kompositionen: Halévy, Jacques Fromental : La juive
Erwähnte Orte: Kassel
Erwähnte Institutionen: Hoftheater <Kassel>
Zitierlink: https://www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1837092044


Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Krieg an Spohr, 02.11.1837.

[1] „ist“ über der Zeile eingefügt.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (11.04.2023).